Ausgabe 01/2018

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Zimmer und Zucchetti gründen neues Unternehmen

Only Robotik mit ZZ Robotics

In den letzten Jahren ging es rund, in der Firma Zimmer. Nach der Gründung einer gemeinsamen Firma mit GGP, dem Management Buy Out, sowie der Übernahme der Ambrogio-Vertretung von ZCS Germany gründeten die Zimmer-Eigentümer Mag. Siegwald Töfferl, Irmgard Jahn, Siegwald Töfferl jun. und Hannes Ninaus vor kurzem ein neues Unternehmen: Die ZZ Robotics GmbH, eine Joint Venture Gesellschaft mit Zucchetti Centro Sistemi S.p.A, die auch die Roboter der Marke Ambrogio herstellt.

„Die Zusammenarbeit mit Zucchetti ist seit 15 Jahren intensiv und erfolgreich. Mit der Übernahme von ZCS Germany, der Vertriebsfirma für Ambrogio-Roboter in Deutschland haben wir schon bewiesen, dass man mit uns rechnen muss. Jetzt wollten wir diese Zusammenarbeit noch intensivieren“, betont Zimmer-Geschäftsführer Mag. Siegwald Töfferl im Gespräch mit ÖMM-Chefredakteurin Hannelore Wachter-Sieg diesen Schritt. Die Gesellschafter sind zu 67 Prozent die Zimmer Handelsgesellschaft und zu 33 Prozent Zucchetti. Das Unternehmen wird sich ausschließlich auf den Robotermarkt in Österreich und Deutschland konzentrieren.
Über das finanzielle Engagement von Zucchetti hinaus erwartet sich Zimmer durch die neue Partnerschaft Vorteile in kaufmännischer und technischer Sicht. Für Zucchetti ist es vor allem der verbesserte Zugang zum Markt und mehr Geschwindigkeit bei der Anpassung an die Erfordernisse des Marktes, die diese Partnerschaft attraktiv macht.
Sitz der Gesellschaft ist der Zimmer-Stammsitz, die Carlbergergasse 66 im 23. Bezirk in Wien. Geschäftsführer dieser Joint Venture-Company ist Mag. Siegwald Töfferl.

Unterstützt wird das Unternehmen vor allem im Bereich Entwicklung von einem Beirat, der aus zwei Vertretern der Eigentümer besteht: Pres. Fabrizio Bernini, Geschäftsführer und Haupteigentümer von Zucchetti Centro Sistemi S.p.A., und Siegwald Töfferl, BSc., Head of Robotics Division und Eigentümervertreter der Zimmer Handelsgesellschaft m.b.H.
Das operative Team der ZZ Robotics GmbH rekrutiert sich aus Siegwald Töfferl, BSc. (Head of Division), Christopher Bires, Thomas Fessler, Rudolf Hermetter, Kenan Lipovac, Manfred Mayer, Sandra Münster, Michelle Jäger, René Nadas, Rudolf Niederer (Vertriebsleiter Österreich), Zeynep Yilmaz und den deutschen Mitarbeitern Ralf Fromme, Manuel Rehbach, Oliver Sollfrank und Stefan Zatzke (Vertriebsleiter Deutschland).
Zimmer wird dem neuen Vertriebsunternehmen sämtliche zentralen Supportfunktionen wie Marketing, Lager, Logistik, Service, Finanzen und Administration unter der Leitung von Prok. Irmgard Jahn zur Verfügung stellen.

Zimmer mit Iseki und Ladog

Die Zimmer Handelsgesellschaft m.b.H. wird in Zukunft das Profigeschäft mit den Hauptmarken ISEKI, LADOG und den Profidüngermarken betreiben und als Holdinggesellschaft fungieren. Der Vertrieb für den Profi-Bereich wird vom Team Prok. Hannes Ninaus / Mag. Siegwald Töfferl geführt. Die Zentralbereiche Finanzenund Rechnungswesen, Sourcing, Marketing im Profibereich, IT und internes Kontrollsystem wird von Prok. Irmgard Jahn geleitet. Lager, Logistik und Werkstätte werden wie bisher von Muamer Hasanbegovic organisiert.
Geschäftsführer Mag. Siegwald Töfferl wird durch ein neu etabliertes Führungsteam bestehend aus Irmgard Jahn, Hannes Ninaus, Siegwald Töfferl, BSc., Rudolf Niederer, Helmut Fischmeister und Muamer Hasanbegovic unterstützt.

Konzentration auf Robotics und Profis

ÖMM: Herr Mag. Töfferl. Die bis zum Ende des letzten Jahres bestehende Zimmer Handelsgesellschaft mbH wurde Anfang des Jahres neu definiert. Wie sieht die neue Konstellation aus?

Mag. Siegwald Töfferl: Nun einerseits haben wir eine neue Firma, die ZZ Robotics gegründet, an der die Firma Zimmer Handelsgesellschaft zu 67 Prozent und der italienische Produzent unserer seit langen Jahren in Österreich verkauften Rasenroboter Ambrogio und Wiper mit 33 Prozent beteiligt ist. Andererseits gibt es nach wie vor die Zimmer HandelsgesmbH mit den Vertretungen für die Marken Iseki und Ladog.

ÖMM: Bleiben wir zuerst bei dem neuen Unternehmen ZZ Robotics. Welche Vorteile soll diese Firma allen Beteiligten, also auch den Händlern und Konsumenten bringen?

Töfferl: Wir erwarten uns aus dieser Partnerschaft Synergien auf allen Ebenen und vor allem Stabilität und Sicherheit einer gesellschaftsrechtlichen Zusammenarbeit in den Zentralmärkten Europas. Diese bis jetzt einmalige Partnerschaft zwischen Zucchetti und einem Importeur ist ein Meilenstein für eine moderne Zusammenarbeit eines Produzenten mit einem Distributor. Unser Ziel ist es, in den nächsten Jahren vom Gerätezum System-Anbieter zu werden. Die ZZ Robotics wurde gegründet, um zwischen Softwarehaus und Fachhändler die bestmögliche Kommunikation zu ermöglichen. Unsere Aufgabe ist es, die Erfahrungen unserer Kunden zu sammeln und gemeinsam mit Zucchetti an Lösungen für das perfekte Produkt zu arbeiten. Denn Verbesserungspotentiale gibt es immer.

ÖMM: Zucchetti ist im Haus Zimmer keine unbekannte Größe. Seit 15 Jahren verkaufen Sie Ambrogio in Österreich und zuletzt auch in Deutschland, seit rund 9 Jahren auch WIPER. Welche Produkte umfasst das Portfolio der ZZ Robotics?

Töfferl: Zucchetti ist in erster Linie ein Softwarehaus und damit im Bereich Smarthome von der Fotovoltaik bis hin zu der Steuerungsanlage schon sehr gut aufgestellt. Die ZZ Robotics konzentriert sich derzeit in erster Linie auf die Rasenroboter der Marken Ambrogio und WIPER. Diese Produkte sind bei uns im Haus und auch am Markt in Verbindung zu uns gut bekannt. Derzeit verkaufen wir neben den Rasen-Robotern einen Fütterungsroboter für Hunde und den Poolroboter NEMHO.

ÖMM: Das wird in Zukunft aber nicht alles sein.

Töfferl: Ich denke, da wird noch einiges Schönes in Richtung Haushaltsrobotik auf uns zukommen. Details kann ich noch nicht verraten, aber es werden mit Sicherheit keine einfachen Staubsauger-Roboter sein, sondern Produkte in höchster Qualität und auf Basis der neuesten technischen Möglichkeiten. Unser Ziel ist es natürlich, in den nächsten Jahren ein energieautarkes Haus unter Einbeziehung von Servicerobotern für Garten und Haus, zur Verfügung zu stellen. Über Details können wir in etwa zwei Jahren reden. Jetzt konzentrieren wir uns einmal auf den Vertrieb von Rasenrobotern in Österreich und in Deutschland, den Poolund Hundefütterungs-Roboter in höchster Qualität mit dem neuen System 4.0.

ÖMM: Neue Konstellationen bringen meistens auch Veränderungen im Vertrieb.

Töfferl: Wie der Name schon sagt, konzentrieren wir uns mit der ZZ Robotics voll auf Robotertechnik. Wir brauchen Leute, die sich mit dem Roboterthema auseinandersetzen. Wir meinen, dass ein Motorist, der es gewohnt ist, hauptsächlich Mäher mit Benzinmotor zu verkaufen, häufig nicht in der Lage ist, ein hochelektronisches Internet-based Produkt zu verkaufen. Wobei ich den Motoristen großes Lob zolle. Die nächste Generation, die jetzt kommt, die ist genial.

ÖMM: Böse Zungen könnten natürlich jetzt behaupten, die Gesellschafter der Firma Zimmer haben sich mit dem Kauf des Unternehmens etwas übernommen und sich die Industrie als Geldgeber ins Boot geholt.

Töfferl: Sagen kann man das natürlich, es ist aber nicht richtig. Es geht hier nicht um eine Finanzspritze, sondern darum, den Produzenten einzubinden, ihn in die Verantwortung zu nehmen. Ich komme ja ursprünglich aus der Autoindustrie und da ist die Einbindung der Produzenten in den Vertrieb üblich. Wir haben mit der neuen Firma die Chance genutzt, uns bei Produkten direkt einzubringen. Ich möchte nicht mehr in die Situation kommen, unseren Kunden sagen zu müssen: Ja ich weiß, dass Du ein Problem hast, aber der Lieferant reagiert nicht und ich kann da nichts machen. Das haben wir mit der gemeinsamen Firma verhindert. Wir sind nun ein Teil des Unternehmens und nicht nur nah dran!

ÖMM: Wie weit agiert Zucchetti im operativen Bereich, das heißt wie sehr mischt sich Zucchetti in Österreich und Deutschland in das Tagesgeschäft ein?

Töfferl: Gar nicht. Wir haben einen Beirat, wo neben dem Siegi (Siegwald Töfferl jun., Anm.d.Red.) auch der Präsident von Zucchetti, Fabrizio Bernini drinnen sitzt. Bernini ist der Mastermind hinter allen Produkten, mischt sich aber in das Tagesgeschäft nicht ein.

ÖMM: Mitte des Jahres soll die neue Roboter-Linie 4.0 kommen.

Töfferl: Derzeit bieten wir unter der Marke Ambrogio 16 verschiedene Modelle mit Flächenleistungen von 200 m2 bis 30.000 m2 an. Diese Range wird im Moment so bleiben. Mit der nächsten Robotergeneration kommt die NEXTLine auf den Markt. Der Ambrogio 4.0 ist der einzige anpassbare Mähroboter, der sich zusammen mit dem Garten verändert! Das ist ein völlig neues Konzept, ausgestattet mit zwei verschiedenen Modellen, die man sich zukünftig individuell zusammenstellen kann. Der Unterschied zwischen den beiden Modellen liegt in der Ausstattung. Das Basic Modell ist auf das Wesentliche reduziert und sehr einfach in der Bedienung. Das Elite Modell ist mit Touchscreen Display und technologischer Innovation ausgestattet.

ÖMM: Damit wird aber auch die Funktion des Fachhändlers aufgewertet.

Töfferl: Ja, denn ohne ihn geht es nicht. Er ist es, der die Konfiguration gemeinsam mit dem Kunden vornimmt und das Gerät auch zusammenbaut. Der Kunde wiederum hat den Vorteil, ein maßgeschneidertes Gerät für seinen Garten zu haben.

ÖMM: Das heißt aber auch, dass der Händler alle Komponenten auf Lager haben muss.

Töfferl: Ja das ist schon richtig. Aber er hat insgesamt ein viel kleineres Lager, weil die Einzelteile nicht so viel Platz brauchen. Und er hat dann nicht mehr 16 verschiedene Roboter vor Ort, sondern zwei Plattformen und dazu bis maximal zehn verschiedene Teile.

ÖMM: Damit verändert sich aber auch die Funktion des Vertriebspartners massiv.

Töfferl: Wie der Name ZZ Robotics schon sagt, konzentrieren wir uns mit dem neuen Unternehmen ausschließlich auf Robotertechnik und brauchen dafür naturgemäß auch Leute, die sich mit dem Roboterthema auseinandersetzen. Ein Schrauber, der es gewohnt ist, sich haupt-sächlich mit Benzinmotoren zu beschäftigen, wird sich schwer tun, ein hochelektronisches Internet-based Produkt zu verkaufen. Wir haben aber das Glück, bereits mit einer Reihe von hochmotivierten Motoristen zusammen zu arbeiten. Besonders in der jungen Generation finden wir viele geniale Leute. Darüber hinaus sind wir auch alternativen Vertriebswegen nicht abgeneigt. Interessant sind zum Beispiel Architekten, die bereits den Garten inklusive Roboter planen. Es gibt aber auch Spezialisten unter den Elektrohändlern und Elektrikern, die sich bereits mit Robotern beschäftigen. Der Vorteil: Ein Elektriker ist schon bei der Planung und dem Bau eines Hauses dabei und kann den Rasenroboter und den Poolroboter gleich mitliefern.

ÖMM: Und wie sieht es mit der Vermarktung über das Internet aus?

Töfferl: Ein eigener Webshop ist derzeit nicht geplant. Wir unterstützen unsere Händler aber bei ihrem Web-Auftritt – wir nennen das die „Auslage im Internet“ – aber das war es auch schon.

ÖMM: Zucchetti hat mit dem Agrirobot auch bereits größere Maschinen für den landwirtschaftlichen Bereich entwickelt.

Töfferl: Das ist natürlich auch ein interessantes Thema. Derzeit gibt es den Agrirobot zum Mähen von höherem Gras. Er dient aber auch als Basisgerät für weitere Entwicklungen, beispielsweise im Reinigungssegment, zum Kehren von Ställen oder auch von Schnee.

ÖMM: Zur Zimmer Handelsgesellschaft gehört neben der neue gegründeten ZZ Robotics auch noch das Profigeschäft, allerdings nur mehr mit den Marken Iseki und Ladog.

Töfferl: Spezialisierung ist angesagt. Im Profigeschäft konzentrieren wir uns seit heuer auf die Marken Iseki und Ladog. Von allen anderen Marken im Profibereich oder auch anderen Produkten wie Schneefräsen, Rasenmähern oder Rasentraktoren haben wir uns getrennt. Allerdings gibt es durchaus Gespräche mit Herstellern interessanter Produkte, die in unser Profi-Segment passen. Derzeit reden wir etwa mit den Unternehmen Stella/Barbieri, die einige interessante Geräte, darunter einen ferngesteuerten Schlegelmäher, anbieten.

ÖMM: Herr Mag. Töfferl, vielen Dank für das Gespräch.