Ausgabe 02/2012

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Leise und immer leistungsstärker

Akkutechnik im Vormarsch

Ob Rasentrimmer, Heckenschere, Motorsägen, Laubblas-Geräte, Rasenmäher, Rasenroboter – oder seit neuestem auch Traktoren mit Batterie: Akkugeräte sind aus Österreichs Gärten nicht mehr wegzudenken.
 

 

 

Der Vorteil von Akku-Geräten: Sie sind leise (sieht man einmal vom Mähgeräusch - Luftstrom) ab und können damit auch verwendet werden, wenn gesetzliche Bestimmungen oder lärmempfindliche Nachbarn das Arbeiten mit dem lauteren Benzingerät untersagen. Anders als Elektrogeräte bieten sie allerdings mehr Freiheiten, da das lästige Nachschleppen des Kabels entfällt.

Von Rasenmäher bis Motorsäge

Bei Werkzeugen sind Akku-Geräte mittlerweile auch im Profi-Bereich üblich, im Bereich Gartentechnik sind es eher die Geräte für den Privatgärtner – allerdings auch in diesem Bereich mit der Tendenz in Richtung professionellerem Einsatz. Mit den seinerzeitigen ersten Akkus für Rasenmäher hat die heutige Akku-Technologie nicht mehr viel zu tun. Die ehemaligen Akku-Rasenmäher, die in den achtziger Jahren auf den Markt kamen hatten schwere Bleiakkus, deren größter Nachteil neben dem enormen Gewicht, auch noch das Problem der Tiefentladung während längerer Stehzeiten oder zu langer Verwendung war.

Ein einmal zu stark entladener Akku war schlicht und einfach kaputt und konnte nur mehr ausgetauscht werden. Ganz sind diese Akkus aber noch nicht verschwunden. Bei Akku Traktoren und Aufsitzmähern werden sie – dort kommt es auch auf das Gewicht nicht so sehr an – immer noch verwendet. Auch Ni-Cadmium und Ni-Metallhydrid- Batterien sind derzeit noch am Markt, die meisten Geräte sind aber heute mit Lithium-Ionen-Batterien ausgestattet. Diese bieten im Vergleich zu den nickelbasierten Akkus (NiCd oder NiMH) eine deutlich höhere Leistungsdichte – etwa 50 Prozent im Verhältnis zu NiCd-Akkus – und ermöglichen damit leichtere oder gleich schwere aber länger laufende Geräte. Vor allem aber weisen Li-Ionen-Akkus keinen Memory-Effekt auf und können daher jederzeit wieder aufgeladen werden. Außerdem bleibt die Leistung konstant, während sie bei Nickel-Akkus während der Entladung abfällt. In nächster Zukunft werden – geht man von den Aussagen der meisten Hersteller aus – immer wieder verbesserte Li-Ionen-Akkus zum Einsatz kommen. Ein Einbau von Brennstoffzellen wird zwar in Diskussionen immer wieder erwähnt, dürfte aber für die nächsten Jahre noch nicht aktuell sein.

Akkutechnik in Zukunft vorherrschend

Auch wenn Akku-Technologie im Profi-Garten noch nicht wirklich Fuß gefasst hat, für den Privatgarten- Besitzer sind Akku-Geräte schon jetzt ideal: Leise (abgesehen vom Luftgeräusch beim Mähen), unabhängig vom Stromkabel und mittlerweile auch preislich interessant.

Übrigens, die angegebenen Mähleistungen oder Laufzeiten pro Akkuladung sind mit Vorsicht zu genießen. Hier wird von den Herstellern oft mit Zahlen geworben, die den Tatsachen nicht ganz entsprechen. Hängen diese Leistungen doch auch von der Höhe des zu mähenden Grases, von Aststärke und ähnlichen Gegebenheiten ab. Eine Reihe von Anbietern bieten deshalb auch Wechselakkus an. Der Vorteil: Angefangene Arbeiten können durch ein einfaches Austauschen des Akkus fertig gestellt werden. Ein Problem: Ein zweiter Akku kostet natürlich zusätzliches Geld.