Ausgabe 04/2014

06-12Ausgabe 04/2014 im Volltext

Schneefräsen

Trend geht wieder zu Markengeräten

In kaum einem Segment unserer Branche kommt es so aufs Wetter an, wie beim Verkauf von Schneefräsen. Und der im letzten Jahr in weiten Teilen Österreichs extrem warme Winter hat für die heurige Saison volle Lager zurückgelassen. Dementsprechend hoffen sowohl Industrie als auch Handel auf einen Winter mit ausreichend Schnee – verteilt über den ganzen Winter.

Der Markt in der letzten Saison war miserabel, formuliert es ein Insider. Dementsprechend gefüllt sind momentan die Lagerbestände beim Fachhandel.
Im letzten Jahr wurde zwar gut in den Fachhandel hineinverkauft, da die Lager aufgrund des schneereichen Winters 2012/13 größtenteils leer geräumt waren. Abgesehen von einigen Teilen Kärntens und der Steiermark, die mit starken Schneefällen zu kämpfen hatten, war der letzte Winter aber in den meisten Regionen Österreichs extrem schneearm. Gekauft wurden vor allem Schneefräsen für den Einsatz in Hotels oder Kommunen – und das bereits vor Saisonbeginn. Promtkäufe, die üblicherweise aufgrund akuter Schneefälle in den Monaten November bis Anfang Jänner, bestenfalls auch darüber hinaus, getätigt werden, fielen aufgrund mangelnder Schneefälle völlig aus. Eine Tendenz ist aber auffallend: Der Handel setzt wieder mehr auf Markengeräte.

Marktentwicklung

Wie sehr dieses Geschäft mit dem Schneefall    zusammenhängt    sieht man an den Verkaufszahlen der letzten Jahre. Während 2006 in Österreich noch 15.000 bis 16.000 Geräte verkauft wurden, waren es 2010 vierbis sechstausend. In der Saison 2011/12 wurden rund 8.000 bis 9.000 Schneefräsen verkauft, 2012/13 waren es mit 9.000 bis 10.000 Geräten deutlich mehr.
Ein guter Teil der Schneefräsen wird über Baumärkte – vor allem in den Einstiegsbereichen bis maximal 2.500 Euro – verkauft. Auch Diskonter bieten immer wieder Schneefräsen im unteren Preissegment um einige hundert Euro an - vorwiegend aus chinesischer Produktion. In Preisklassen ab 2.500 Euro (das sind immerhin rund 2.000 Stück jährlich) dominiert eindeutig der Fachhandel. Das Problem vieler Schneefräsenkäufer: Sie können beim Kauf „im Trockenen“ nicht erkennen, ob die anvisierte Schneefräse für ihre Zwecke geeignet ist – oder auch nicht. Oftmals wird ein Gerät gekauft, das sich dann in der Praxis nicht bewährt. Nach Aussage einiger Schneefräsen-Hersteller tendieren tendieren sowohl Fachhandel als auch Baumärkte derzeit wieder stärker als in den Jahren zuvor zu Markengeräten. Einer der Gründe dürfte sein, dass schwere Winter mit viel Schnee in einigen Gegenden gezeigt haben, dass Billiggeräte chinesischer Provenienz dann doch nicht die Leistung bringen, die man aufgrund ihrer Motorenleistung erwarten könnte. Bekanntlich hängt es gerade beim Einsatz von Schneefräsen nicht nur von der Motorleistung sondern vom Gesamtkonzept, vor allem auch vom Getriebe ab, ob eine Schneefräse gut oder nur mäßig funktioniert.

Benziner-Geschäft

Benzin-Motoren bestimmen seit jeher den Markt der Schneefräsen. Allerdings hat eine Reihe von Herstellern auch immer wieder Schneefräsen oder Schneeschleudern mit Elektromotoren hergestellt und angeboten.
Relativ neu in diesem Segment sind die Akku-Schneefräsen und Akku-Schneeschleudern des österreichischen Herstellers Sonneck, der derzeit der einzige Produzent in diesem interessanten Segment ist. Allerdings erreichen Elektround Akkugeräte derzeit nur einen Marktanteil von rund drei bis fünf Prozent. Sie sind vor allem für den urbanen Raum konzipiert, etwa um eine Garageneinfahrt oder Zufahrt schnell und gründlich zu räumen.

Sommergeräte zur Schneeräumung

Wollen sich Kunden keine handgeführte Schneefräse zulegen (oder will man sich als Fachhändler mit diesem Bereich nicht auseinander setzen) gibt es immer noch die Möglichkeit, eine Schneefräse (aber auch eine Schneeschild oder einen Salzoder Schotterstreuer) auf einen Rasentraktor oder einen Aufsitzer zu montieren. Damit wird ein klassischer Sommerartikel, den man ohnehin im Sortiment hat zu einem Wintergerät, das zusätzliche Umsätze bringt.