Ausgabe 05/2014

06-12Ausgabe 05/2014 im Volltext

Interviews:


AS-Motor

Die Hochgrasmäher-Manufaktur

Neu-Aufstellung der Zimmer Gruppe
Motorist ist der moderne Vertriebskanal von morgen

 


AS-Motor

Die Hochgrasmäher-Manufaktur

Hohes Gras, steile Hänge und unwegsames Gelände. Kein Problem f die Hochgrasmäher von AS-Motor. Seit über 55 Jahren produziert die mittelständische Firma AS-Motor erfolgreich Spezial-Hochgrasmäher Süddeutschland.
ÖMM-Chefredakteurin Hannelore Wachter-Sieg traf den Enkel des Firmengründers und neuen AS-Motor Geschäftsführer Eberhard Lange, AS-Motor Vertriebsprofi Albert Kalmbach sowie Ronald Hrnecek, den Geschäftsführer des österreichischen AS-Importeurs Hochfilzer in der Firmenzentrale in Bühlertann.

ÖMM: Seit 55 Jahren konzentriert sich die Firma AS-Motor auf die Produktion von Hochgrasmähern und 2-Takt-Motoren. Wie hat diese Erfolgsgeschichte angefangen?

Eberhard Lange: Mein Großvaterfred Schefenacker (Initialen „AS“= AS-Motor) beobachtete seinerzeit einige seiner Mitarbeiter beim Mähen der Weinberge mit der Sense. Er sah wie mühevoll es war die steilen und engen Weinberge zu pflegen. Dies motivierte ihn einen Mäher für hohes Gras und steile Hänge zu entwickeln. Schnell erkannte er, dass der beste Motor für solche Einsätze ein 2-Takt-Motor ist. Das Urgerät des Allmähers mit den drei Rädern – auch heute noch ein Markenzeichen unserer Allmäher – war entstanden. Seit dem ersten Gerät von 1961 bis heute ist das Allmäher-Prinzip eine wichtige Grundlage für viele unserer Produkte und wurde ständig weiterentwickelt.

ÖMM: AS-Motor ist auch bekannt für seine Aufsitzmäher. Wie kam es zu dieser Entwicklung?

Eberhard Lange: Die ersten Aufsitzmäher haben wir von einem japanischen Hersteller zugekauft. Ab der Jahrtausendwende haben wir dann gemeinsam mit der Firma Grillo eigene Aufsitzmäher entwickelt. Derzeit sind dies die Modelle AS 915 und der AS 900. Die Kooperation mit Grillo ist eine echte Partnerschaft und wir arbeiten weiterhin eng zusammen. Die Vertriebspolitik ist klar geregelt: Wir haben nördlich der Alpen die exklusiven Rechte für diese Geräte und Grillo verkauft die Aufsitzer in Italien und Südeuropa, aber nicht in Österreich, Deutschland, Frankreich oder der Schweiz. Ein sehr wichtiger Schritt war die Einführung des Allrad-Aufsitzmähers AS 940 Sherpa. Eine komplette AS-Motor Eigenentwicklung! Ausgestattet mit Vierradantrieb, Differentialsperre, einem sehr niedrigen Schwerpunkt und relativ geringem Gewicht wurde dieser Allrad-Aufsitzmäher speziell für das Mähen in steilem und schwierigem Gelände entwickelt. Mit diesem Gerät haben wir in der Kategorie der Aufsitzer einen neuen Maßstab gesetzt und unsere Kompetenz in der Entwicklung neuer Maschinen erneut bewiesen.

Albert Kalmbach: Es gibt hier eine nette Geschichte. Einige der Youtube Videos, die von Besitzern unserer Aufsitzmäher gemacht wurden, sind einem Händler in Australien aufgefallen. Mittlerweile importiert er im Jahr mehrere Container und verkauft den Sherpa in seinem Heimmarkt. Dort sind die Einsatzgebiete extrem hart, aber unsere Mäher laufen ohne Probleme.

ÖMM: Mit dem RC 750 haben Sie einen ferngesteuerten Mäher im Programm. Sehen Sie sich in absehbarer Zeit auch als Anbieter von Profi-Mäh-Robotern?

Albert Kalmbach: Also derzeit sicher nicht. Ein Robotermäher im steilen Gelände oder in einer hügeligen Wiesenlandschaft mit Hindernissen – das ist eine große technische Herausforderung. Es muss eine Technologie sein, die mit solchen Problemen besser umgehen kann, aber die Entwicklung macht große Fortschritte.
Beim traditionellen Mähroboter wird ja immer eine bestimmte Fläche gemäht. Wir bearbeiten mit unseren Geräten vorwiegend Flächen, die 2-3 Mal im Jahr gemäht werden. Deswegen sind unsere Geräte auch so besonders, so speziell, dass man so wenig im Jahr mähen muss. Interessant wird dieses Thema für uns erst dann, wenn neue GPS-Systeme auf den Markt kommen, die wesentlich genauer als bisher den Mäher navigieren können.
AS-Motor-Geschäftsführer Eberhard Lange, der Enkel des Firmengründers, mit Ronald Hrnecek, dem Geschäftsführer der Firma Hochfilzer, die für den Erfolg von AS-Motor in Österreich verantwortlich zeichnet

Eberhard Lange: Ich bin sicher, der Bereich der ferngesteuerten Mäher hat noch großes Potential. Zurzeit gibt es konkrete Pläne, unser Topmodell den AS-Sherpa, mit einer Zusatzfunktion, Mähen per Fernsteuerung zu erweitern und auf den Markt zu bringen. Auf der GaLaBau Messe in Nürnberg haben wir bereits einen funktionstüchtigen Prototypen des Sherpa RC, den weltweit ersten ferngesteuerten Aufsitzmäher, präsentiert.

ÖMM: Wie war das Feedback auf der Messe?

Ronald Hrnecek: Sehr gut! Der Prototyp war auf der Messe eine echter Publikumsmagnet und wurde mit großem Interesse aufgenommen. Vor allem weil es zurzeit der einzige Mäher ist, welcher die konventionelle Steuerung und die ferngesteuerte Bedienung in einem Gerät vereint. So kann stets dem Gelände ideal angepasst gemäht werden; auf großen Flächen, zwischen Hindernissen, im Aufsitzbetrieb und in Steillagen, bei extrem hohem Aufwuchs oder unter tiefhängenden Ästen via Fernsteuerung. Wir haben enorm viel Feedback bekommen, was uns bei der weiteren Entwicklung hilft.

Eberhard Lange: Das sind alles interessante Ansatzpunkte, die wir im Auge behalten. Unsere Entwicklungsabteilung, bestehend aus 12 Mitarbeitern, fokussiert sich zur Zeit vor allem auf Neuentwicklungen für Bereiche mit großem Marktpotential. Für uns und unsere Fachhändler ist dies eine sehr gute Investition in die Zukunft und gewährleistet zudem langfristig, beständige und gute Umsätze. Wir sind gut darin Prioritäten zu setzen und Ideen zur Marktreife zu entwickeln. Unsere eigene Produktion und der Standort Deutschland ist hierbei ein enormer Vorteil, da wir auf Probleme sehr schnell reagieren können und Entwicklung und Produktion eng zusammen arbeiten.

ÖMM: Ihre Kernkompetenz liegt bei Mähern und 2-Takt-Motoren?

Eberhard Lange: Unsere Kernkonzept liegt im Bereich Hochgras und Mulchen. Der 2-Takt Motor ist so betrachtet ein wichtiger Baustein. Wesentlich ist die Konstruktion der Maschine und des Mähwerks, die beide konsequent auf Leistung und Robustheit ausgelegt sind. Zudem sind wir von den Vorteilen des Mulchens überzeugt. Sie werden bei uns deshalb auch nur wenige Geräte mit Heckfangmöglichkeit finden. 80 Prozent der in Deutschland und Österreich verkauften Geräte, werden im Hochgrasmarkt umgesetzt. Auch die weiteren Entwicklungen werden vorwiegend in diese Richtung gehen.

ÖMM: Welche 4-Takter kommen bei AS zum Einsatz?

Eberhard Lange: Vorwiegend verbauen wir auf unsere Anforderungen abgestimmte Briggs & Stratton-Motoren. Zudem haben wir auch einige Honda- und Kawasaki-Motoren aufgebaut, aber unsere Kernmärkte Deutschland und Österreich sind stark auf Briggs-Motoren fixiert.

ÖMM: Geht der Trend auch in Ihrem Segment in Richtung 4-Takt-Motor?

Eberhard Lange: Ja und Nein. Manchmal gibt es überraschende Gegentrends bei neu entwickelten Geräten. Ein interessantes Beispiel: den AS 510 wollten wir nur mit 4-Takt-Motor anbieten, haben uns dann aber doch entschlossen, auch eine Version mit 2-Takt-Motor anzubieten. Mittlerweile verkaufen wir deutlich mehr Geräte mit 2-Taktmotor, obwohl er mit 2-Takt-Motor um 200 Euro teurer ist.

Albert Kalmbach: Die Nachfrage nach 4-Taktern besteht natürlich. Der Käufer hat entweder das Verlangen nach einem 2-Takter, oder nach einem 4-Takter. Wir sehen das auch bei anderen Geräten, wie z.B. dem AS 21, den wir seit über zwanzig Jahren fast unverändert bauen. Als wir vor rund zehn Jahren den 4-Takter eingeführt haben, haben sich die Stückzahlen innerhalb von zwei Jahren verdoppelt. Also ich denke, wir müssen eigentlich bei jedem Gerät, früher oder später die Möglichkeit haben, dem Konsumenten entweder einen 2-Takter, oder einen 4-Takter anzubieten.
Aber jeder hat zu diesem Thema seine eigene Meinung. Ich habe erst kürzlich den Geschäftsführer eines maßgeblichen Unternehmens, das fast ausschließlich 4-Takt-Motoren aufbaut, getroffen – und er hat mir zwanzig Minuten lang von den Vorteilen des 2-Takters vorgeschwärmt.

ÖMM: Welche Vorteile sind das genau?

Eberhard Lange: Im Gegensatz zum Viertakt-Motor hat der Zweitakt-Motor keinerlei Einschränkungen beim Einsatz am Hang. Durch die lageunabhängige Motorschmierung sind Schräglagen von 45° und mehr problemlos möglich. Theoretisch können sie den laufenden Motor auf den Kopf stellen. Die Grenze des Einsatzes wird nur durch die Arbeitssicherheit des Benutzers gesetzt. Dabei greifen wir nicht einfach in das Regal eines Zulieferers, sondern entwickeln und fertigen unseren robusten AS 2-Takt Motor seit Jahrzehnten selbst, speziell abgestimmt auf die jeweiligen Anforderungen der Maschine und des Einsatzgebietes.

ÖMM: Wie viele Geräte werden im Jahr produziert?

Eberhard Lange: 10.000 Stück. Davon rund die Hälfte mit dem eigenen 2-Takt Motor und die andere Hälfte mit zugekauften 4-Takt-Motoren.

ÖMM: Wie wichtig nehmen Sie das Thema Nachhaltigkeit?

Albert Kalmbach: Neben den Leistungsdaten schätzen unsere Kunden die Langlebigkeit unserer Produkte. Wir garantieren eine 15-jährige Verfügbarkeit von Ersatzteilen. De facto kommen immer noch Kunden zu uns, die ihre 30 Jahre alten Maschinen repariert haben möchten. In der Regel haben wir auch dafür noch die entsprechenden Ersatzteile.

ÖMM: Sie sind einer der wenigen Produzenten mit sehr hoher Eigenfertigungstiefe.

Eberhard Lange: Ja, bei unserem 2-Takt Motor liegt die Fertigungstiefe bei über 90%. Abgesehen von den 4-Takt-Motoren produzieren wir fast alles selbst oder lassen es von regionalen Produzenten nach unseren Vorgaben fertigen. Nur so lassen sich unsere hohen Qualitätsansprüche erfüllen.

ÖMM: Wie stehen Sie zum Thema China?

Eberhard Lange: Wir haben damit kein grundsätzliches Problem. Wir würden auch einen chinesischen Motor einbauen, wenn wir der Meinung sind, der Motor ist richtig gut. Unser Fokus liegt auf Qualität. Es ist ein Vorteil, dass die Lieferanten, die hier in der Umgebung sind, viele Teile mit uns gemeinsam entwickeln. Ein Beispiel dafür ist die dritte Messerwellenlagerung bei unseren handgeführten Mulchern, die wir nur realisieren konnten, indem wir eine Ziehtechnologie für die Haube mit unseren Lieferanten zusammen entwickelt haben. Einige der Partner, die mit uns zusammen arbeiten fertigen innerhalb weniger Tage Teile, die wir testen und ausprobieren können. Sie agieren praktisch wie unsere verlängerte Werkbank. Würde das nicht so laufen, könnten wir unsere Entwicklungszeiten nicht einhalten. Das hilft uns mehr, als um zwei Euro billiger einzukaufen.

ÖMM: Was wird dann direkt in Bühlertann produziert?

Albert Kalmbach: Wir machen unsere Motorenteile alle selbst, viele Kernteile, Achsteile, Getriebeteile, Wellen und dergleichen. Für Schweißkonstruktionen bauen wir die Werkzeuge und die Vorrichtungen und geben diese anschließend an die Lieferanten weiter. Alle Geräte werden bei uns komplett montiert, getestet und dann ausgeliefert.

ÖMM: Ihr Hauptmarkt liegt in Deutschland, aber Sie sind mit Hochfilzer auch in Österreich sehr erfolgreich.

Eberhard Lange: Sie wissen, dass wir seit vielen Jahren sehr erfolgreich mit der Firma Hochfilzer zusammen arbeiten.

Ronald Hrnecek: Das ist jetzt auch schon ein Vierteljahrhundert. Im Bereich Grünpflege ist AS-Motor bei uns die absolut stärkste Marke. Das Wichtige für uns ist: Man passt zusammen, die Denkweise ist ähnlich, die Mentalität ist ähnlich, und man ist über viele Jahre gemeinsam gewachsen. Wenn es in Österreich heute um das Thema Hochgrasmähen geht, ist das in erster Linie ein AS-Motor Thema.

Eberhard Lange: Unser stärkster Markt ist natürlich Deutschland. Über viele Jahre war Österreich unser zweitstärkster Markt. Vor einigen Jahren haben wir angefangen in Frankreich eine eigene Vertriebsstruktur mit einer französischen Außendienst-Mannschaft aufzubauen. Dort sind wir seit zwei Jahren sehr erfolgreich unterwegs und wachsen pro Jahr im zweistelligen Bereich. Jedoch gemessen an der relativen Größe und der Kaufkraft sind wir in Österreich extrem erfolgreich. Die Marke AS-Motor hat sich dort gut etabliert und wir sind durch die Firma Hochfilzer sehr professionell vertreten. Uns verbindet seit Jahrzehnten eine sehr erfolgreiche Partnerschaft.

ÖMM: Ihre Produkte sind allerdings im eher hochwertigen und höherpreisigem Segment angesiedelt.

Ronald Hrnecek: Neben dem Profisegment bieten wir auch Geräte für den anspruchsvollen Endkonsumenten an. Doch eines muss man klar sehen: wer billig kaufen will, wird bei uns nicht fündig. Das einfachste Gerät das wir anbieten ist der kleine AS 420 ohne Antrieb dessen Preis bei rund 800 Euro liegt. Das ist schon eine hohe Summe, und dann ist es natürlich auch so, dass dieses Gerät – auch wenn es im Wesentlichen von Privatkunden verwendet wird – viel an Profiqualität hat.

ÖMM: Herr Lange, Sie haben seit kurzem die Leitung der Geschäftsführung übernommen.
Wie kam es zu diesem Schritt und was haben Sie sich für die Zukunft vorgenommen?

Eberhard Lange: Das ist richtig. Wir hatten in den letzten Jahren mit einem sehr verantwortungsvollen Geschäftsführer zusammengearbeitet, der erfolgreich den Generationswechsel in unserer Familie überbrückt hat. Ich bin jetzt die dritte Generation unserer Familie in der Geschäftsleitung – auf der einen Seite eine spannende Sache, auf der anderen Seite auch eine große Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeitern und Geschäftspartnern und natürlich auch gegenüber meiner Familie. Aber ich habe mich bewusst für diese Herausforderung entschieden und denke, dass ich gut vorbereitet bin. Nach meinem BWL Studium arbeitete ich mehrere Jahre in New York und konnte dort in der aktiven Steuerung von mittelständischen Konsumgüterunternehmen Erfahrungen in vergleichbaren Branchen sammeln. Dazu kommt die enge Verbundenheit mit der AS-Branche seit meiner Kindheit – das Werk war damals noch 200 Meter neben unserem Haus – und die jetzt schon mehrjährige aktive Arbeit im ASBeirat.
Für die Zukunft liegt der Fokus ganz klar auf Mäher für Hochgras und Mulchen. Dort sind wir in manchen Bereichen mit über 50% Marktanteil die Nummer 1. Für dieses Segment werden auch Neuentwicklungen kommen. Daher ist es unbedingt notwendig, unser einzigartig breites Produktprogramm in dieser Nische auch in den ausländischen Märkten bei den führenden Händler zu etablieren. Um uns für diese Aufgaben fit zu machen, haben wir bereits unsere Vertriebsstruktur neu ausgerichtet und zusätzliche Mitarbeiter eingestellt, die speziell im Ausland unsere Vertriebspartner noch aktiver unterstützen werden. Wir setzen dabei weiterhin auf Fachhandelstreue – den Vertrieb über ausgewählte, gut geschulte Fachhändler mit Unterstützung unserer Außendienstmitarbeiter bei Vorführmaßnahmen und Händlerevents. Ein weiteres wesentliches Ziel ist die Optimierung unserer Marketingaktivitäten, vor allem auch im digitalen Bereich. Hier müssen wir noch transaktionsorientierter positioniert sein, so dass die Umsätze beim Händler stärker unterstützt werden können. Wir wollen nicht nur eine hübsche Webseite, sondern auch informative, relevante Inhalte, welche unsere Endkunden an unsere Marke dauerhaft binden. Wir arbeiten natürlich auch an internen Abläufen, wie zum Beispiel die Verbesserung der Kommunikation zwischen den unterschiedlichen Abteilungen. Unsere Mitarbeiter verbringen einen großen Teil ihrer Zeit in unserem Unternehmen – die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit liegt bei ungefähr 30 Jahren. Ende September verabschiedeten wir unseren legendären Produktexperten Karlheinz Möller, der auch viel in Österreich unterwegs war. Er hatte vor genau 50 Jahren bei uns als Lehrling angefangen, damals noch bei meinem Großvater. Deshalb ist mir Transparenz und die aktive Unterstützung einer positiven Mitarbeiterkultur sehr wichtig. Unsere Mitarbeiter sollen sich bei AS-Motor zuhause fühlen.

ÖMM: Meine Herren, ich danke für das Gespräch!

 


Neu-Aufstellung der Zimmer Gruppe

Motorist ist der moderne Vertriebskanal von morgen

Umstrukturierung in der Zimmer-Gruppe: Wie bereits in ÖMM 4-2014 berichtet übernahm mit 1. September die neu gegründete GGP Austria GmbH die Verantwortung für Vertrieb und Marketing aller GGP-Produkte in Österreich. Gesellschafter sind GGP und der langjährige GGP-Vertriebspartner in Österreich die Firma Zimmer. Geschäftsführer der GGP Austria GmbH ist Ing. Michael Buchbauer. ÖMM-Chefredakteurin Hannelore Wachter-Sieg sprach mit Ing. Michael Buchbauer, Mag. Siegwald Töfferl und Mag. Peter Laggner über die Veränderungen bei "Zimmer neu!"

ÖMM: Seit 1. September gibt es eine neue Situation im Hause Zimmer. Michael Buchbauer übernimmt die neu gegründete GGP Austria, Mag. Töfferl verantwortet wie auch bisher die Zimmer und AZ-Tech und übernimmt zusätzlich die VertriebsVerantwortung bei Zimmer. Mag. Peter Laggner, als einer der beiden Mehrheitseigentümer bisher eher zurückhaltend im operativen Geschäft tätig, wird sich als weiterer Zimmer-Geschäftsführer vermehrt in die strategische Steuerung des Geschäft einbringen. Wie sieht die Situation im Detail aus.

Töfferl: Wir haben in den letzten Jahrzehnten ja immer 2-stufig gearbeitet; das heißt wir waren Generalimporteur und haben die Ware an die Kunden verkauft. Jetzt haben wir uns entschlossen, die Zimmer-Gruppe gemeinsam mit GGP umzubauen und ein entsprechendes Joint Venture zu gründen. 51 Prozent der Anteile hält GGP, 49 Prozent bleiben bei Zimmer. GGP hat damit die gewollte strategische Marktführerschaft. Für Zimmer heißt das, dass wir uns noch stärker auf den Bereich Robotertechnik und Wintertechnik konzentrieren. Aber auch die Zusammenarbeit zwischen Zimmer und der AZ-Tech wird noch enger werden.

ÖMM: Die beiden Firmen Zimmer und AZ-Tech bleiben nach wie vor bestehen?

Töfferl: Ja, wir bleiben jetzt einmal Zimmer und AZ Tech. Zuerst müssen wir diese neue Konstellation mit GGP sauber auf die Beine bringen, dann kann man über weitere Schritte nachdenken.

ÖMM: Das heißt, die Umstrukturierung ist noch nicht abgeschlossen.

Laggner: Nun, die Gruppe bewegt sich immer weiter. Die gemeinsame Firma GGP Austria haben wir von längerer Hand vorbereitet. Österreich war bisher das einzige Land in Europa, das nicht in direkter Vertriebsstruktur von GGP betreut wurde. Wir haben hart dafür gekämpft, dass wir die gemeinsame Firma umgesetzt bekommen – mit allen Konsequenzen. Und genauso wird es auch in Zukunft weiter Umstrukturierungen geben. Handel ist Wandel. „Zimmer und AZ“ ist sicher ein
Thema mit dem wir uns strategisch und strukturell beschäftigen, aber ich glaube, es ist zu früh jetzt darüber zu sprechen.

ÖMM: 1.500 Leute arbeiten bei GGP, der Umsatz liegt bei 440 Mio. Euro. Auf der einen Seite also ein Konzern, auf der anderen Seite ein mittelständischen Unternehmen mit rund hundert Mitarbeitern. Wie schwierig wird es, sich gegen einen Konzern mit doch einer enormen Marktmacht zu behaupten, der noch dazu 51 Prozent der Anteile hält.

Töfferl: Wir haben ein freundschaftlichprofessionelles Verhältnis miteinander, die Leute kennen sich alle schon ewig lange und wissen, was sie voneinander zu halten haben. Abgesehen davon haben wir einen umfassenden und klaren Vertrag, der alle Details der Zusammenarbeit, Governance, Strategie, usw. definiert. Das heißt: Die Macht von GGP wird sich entsprechend im Umsatz und der Marktdurchdringung in Österreich zeigen. Im Umgang mit Zimmer ist alles geklärt und wir arbeiten auf Augenhöhe reibungsfrei zusammen.

ÖMM: Als Geschäftsführer der GGP Austria steht Michael Buchbauer an vorderster Front.

Buchbauer: Es gibt zwei Gruppen, die wirklich Macht haben in diesem Markt – das sind die Endverbraucher und die Händler – die de facto die Spielregeln vorgeben. Was das Verhältnis von Zimmer und GGP betrifft kann man nur sagen, dass wir in den letzten Jahren immer zu einem der besten GGP-Importeure gezählt haben. Einer der Gründe war und ist, dass wir in vielen Dingen immer sehr schnell – und im Nachhinein gesehen immer sehr erfolgreich in der Umsetzung waren. Zimmer war etwa der erste, der Roboter eingeführt hat. Wir waren die ersten, die das Potential der Marke Stiga erkannt haben, und uns de facto vor zehn Jahren in den Konzern hineingedrängt haben und gesagt haben, dass wir auch unbedingt die Stiga Distribution in Österreich übernehmen wollen – und wir haben innerhalb von sechs Jahren den Umsatz dort de facto versechsfacht. Das war auch der Grund, warum man uns das Vertrauen gegeben hat – gesagt hat: „Macht`s das mit uns in der Form.“ Der GGP-Konzern hat sich in den letzten fünf Jahren enorm entwickelt. Wir haben heute ein komplettes Gartentechnik-Sortiment, eine klare Markenstrategie und die modernste Produktion, die es überhaupt gibt. Zwar nicht mehr in Schweden, aber in der Slowakei; wir haben das modernste Traktorenwerk in Italien, wo wir für nicht nur für GGP, sondern auch für Honda, Sabo und andere produzieren. Und wir haben ein extrem tolles Produktionszentrum in China. Das ist etwas, wo ich einfach glaube, dass Zimmer extrem stärker wird davon. Der zweite wichtige Punkt ist auch, dass wir als Firma Zimmer Platz gebraucht haben. Wir sind heute im zum Beispiel im Roboterbereich bei Ambrogio der beste Importeur in ganz Europa – und mittlerweile ist der Platz für Zimmer zu eng, weil ja auch Stiga und Alpina Roboter und Schneefräsen haben. Zimmer kriegt durch die Ausgliederung von GGP jetzt wieder diesen Platz und den Raum, den es braucht, um in Österreich erfolgreich zu sein.

ÖMM: Bleiben wir gleich bei dem Thema….

Buchbauer: Wir glauben, dass speziell diese Roboterelektronikgeschichte eine Spur anderes Geschäftsmodell braucht, als die Sortimentsgeschichte Garten alleine. Wir werden im Bereich Zimmer jetzt ausweiten – sind fokussiert auf den Robot Planet, diese Marke, die wir zusammen mit Zucchetti generiert haben. Dazu kommen noch Haushaltsroboter, aber auch Haushaltsoder Poolroboter.

ÖMM: GGP Austria vertreibt die Marken Stiga, Alpina, Castelgarden und die Eigenmarken. Welche Marken bleiben bei Zimmer und AZ-Tech?

Töfferl: Wenn wir bei der AZ beginnen, dann kommt da MAN, dann Bucher, dann die Topmarken der Gruppe Holder, Iseki, und dann kommen kleinere Geräte hinzu wie der Stiga Titan, das einzige StigaGerät, das über die AZ-Tech verkauft wird – übrigens exklusiv. Der Grund dafür ist, dass die AZ-Tech einfach den besseren Zugang zum Profi-Bereich hat. Der Stiga-Händler bekommt durch die AZTech den Support, um die Profimaschine Titan erfolgreich zu verkaufen. Im Bereich Zimmer sind es die etablierten Consumermarken Ambrogio, Wiper, Murray, Craftsman, Fuji, Canadiana,Simplicity sowie Polar und Agro.

Laggner: Das Modell Stiga Titan ist ein gutes Beispiel der Zusammenarbeit zwischen GGP, AZ und Zimmer. Und Zimmer betreut natürlich alles, was aus dem Hause Zucchetti kommt, unter anderen mit den Topmarken Ambrogio oder Wiper. Speziell für das Wintergeschäft bieten wir natürlich nach wie vor die Schneefräsen von Murray, Craftsman, Canadiana oder auch Fujii, die Profi-Schneefräsen aus Japan an sowie natürlich auch die PolarWinterstreumittel.

ÖMM: Wie sieht das bei den Eigenmarken aus?

Laggner: Wir haben die Eigenmarke Agro, die werden wir natürlich – wenn wir sie brauchen – auch einsetzen. Wir haben spezielle Produkte die aus Amerika kommen wie Craftsman und Murray und auch die Polar Winterstreumittel, das wird natürlich weiter gehen. Die Nachfrage nach dem werden wir nicht abwürgen.

ÖMM: Als einer der zukünftigen Vertriebs-Schwerpunkte von „Zimmer neu“ hat sich die italienische Marke Zucchetti herauskristallisiert. Könnte es sein, dass hier auch ein ähnliches Modell wie mit GGP angedacht ist?

Laggner: Zuccetti hat seit kurzen in Deutschland eine eigene Vertriebsgesellschaft gegründet, mit der wir intensiv zusammenarbeiten. Derzeit ist eine Konstellation wie mit GGP nicht aktuell – aber Überlegungen in diese Richtung sind uns nicht fremd.

Buchbauer: Zucchetti gehört mit seinen Robotern zu den absolut führenden Marken, vor allem was die Software betrifft. Und die Italiener gewinnen auch immer mehr an Selbstbewusstsein, das kommt auch der Marke zugute. GGP ist vielleicht eine Spur größer, und internationaler, aber wenn wir heute den Zusammenhang zwischen Schweden und Italien sehen und dass jetzt das Headquarter mit ganz klarer Deutlichkeit auch in Italien ist, hängt auch mit dem zusammen, dass auch dort ein gewisses italienisches Bewusstsein drinnen ist. Und wenn man unseren neuen Park anschaut, dann hat der – vom Design her – eine wunderschöne Optik. Die neue Design-Linie wird auch von unabhängigen Fachleuten anerkannt: So hat der Stiga Villa 520 gerade den German Design Award 2015 gewonnen. Das ist eine super Anerkennung. Da entsteht ein gewisses italienisches Feeling, das zurückkommt, und das hat Zucchetti in der gleichen Form auch.

Laggner: Wir haben mit unseren Produkten eine gesunde Mischung: Auf der einen Seite mit GGP und Zucchetti Italien, auf der anderen Seite mit Holder und Bucher Deutschland und Schweiz, aber auch die absolut verlässlichen Japaner mit Iseki und Fujii.

ÖMM: Wieder zurück zur ZimmerGruppe. Wie sehen jetzt Eigentums-Anteile bei Zimmer aus. Michael Buchbauer und Siegwald Töfferl hatten ja 10 Prozent; Peter Laggner und Thomas Reiter je 40 Prozent. Hat sich hier etwas geändert?

Laggner: Das bleibt auch so. Michael Buchbauer ist Gesellschafter bei der Zimmer Gruppe und damit auch Gesellschafter der GGP Austria, die ja ein Teil von Zimmer ist. Michael scheidet aus der Geschäftsführung von Zimmer aus und ist jetzt alleine Geschäftsführer von GGP. Ob das immer so bleibt, entscheidet letztlich GGP. Aber ihn derzeit als alleinigen Geschäftsführer einzusetzen ist einmal ein großer Vertrauensbeweis unserer italienischen Partner. Siegwald Töfferl ist weiterhin operativer Geschäftsführer von Zimmer und AZ-Tech. Ich unterstütze ihn strategisch, weil wir quasi immer ein Vier-Augen-Prinzip und in jeder eigenen Gesellschaft immer zwei Geschäftsführer haben, formal sind wir daher beide gemeinsam verantwortlich.

ÖMM: Mit der internen Veränderung hat sich auch im Bereich der Mitarbeiter einiges Veränderung.

Töfferl: Michael Buchbauer nimmt seine Vertriebsmannschaft mit. Bei Zimmer und AZ-Tech haben wir insgesamt 75 Mitarbeiter, davon 18 bei der AZ-Tech.

ÖMM: Wie sehen die Umsatzerwartungen für das nächste Jahr aus?

Töfferl: Wir haben bei Zimmer im letzten Jahr rund 22 Mio. erwirtschaftet, erwarten für heuer 15 bis 17 Mio. AZ-Tech bleibt stabil mit 12,5 bis 13. Millionen. Für die folgenden Jahre erwarten wir, dass wir das derzeitige Zimmer-Niveau bald wieder erreichen werden – vor allem mit den zusätzlichen Produkten. In zwei bis drei Jahren wollen wir mit Zimmer bei 20 Millionen liegen.

Buchbauer: GGP Austria erwartet im nächsten Jahr einen Gesamtumsatz von rund 10 Millionen Euro, Tendenz steigernd.

ÖMM: Sie haben schon mehrmals angedeutet, dass der Fachhandel sowohl bei Zimmer als auch bei der GGP Austria gestärkt werden soll, andererseits ist Zimmer auch stark im Baumarkt vertreten.

Töfferl: Also da werden wir unsere Strategie eine Spur anpassen. Ja, ich gehe davon aus, dass es Strukturänderungen geben wird. Das müssen wir auch mit GGP abgleichen.
Die momentane Vision dahinter ist, dass wir den Fachhandel mit den Robotern bedienen und die Roboter erst dann wieder in die Baumärkte, oder in die sogenannte
„moderne Vertriebsschiene“ zu schicken, wenn die Technik in der Lage ist, das auch umzusetzen – speziell bei den Robotern.

ÖMM: Das heißt jetzt konkret: Kein Roboter mehr im Baumarkt.

Töfferl: Das würde ich mich an dieser Stelle nicht so sagen trauen. Aber wenn wir von den modernen Vertriebswegen sprechen, dann meinen wir in erster Linie Hagebau oder Hornbach. Hagebau sehe ich nicht als Baumarkt und deswegen kann ich durchaus sagen: Kein Baumarkt.

Laggner: Ein Ausstieg aus der Großfläche! Den Gefallen tun wir unseren Mitbewerbern nicht. Also Großfläche ja, aber nur mit Qualitätsanspruch.

ÖMM: Bei großen Veränderungen am Markt – wie den Veränderungen in Richtung GGP Austria – kommt es häufig auch zu Verunsicherungen. Welche Vorteile hat der Fachhandel durch die Neustrukturierung.

Buchbauer: Erstens einmal hat der Fachhandel jetzt zwei Marken, bei denen er gezielt unterstützt wird. Das ist die Fachhandelsmarke Stiga mit ihren Premiumpartnern mit einem Gebietsanspruch, mit speziellen, geschützten Artikeln, die nur für diese Premiumpartner da sind. Das zweite ist die Fachhandelmarke Castelgarden, die in Österreich eine besondere Bedeutung hat, die selbstverständlich bestehen bleibt. Dazu kommt noch die Marke Alpina, die vor allem in der Großfläche verkauft wird.

ÖMM: Was passiert mit der Zimmer-Eigenmarke Agro? Gibt es hier Konkurrenz aus dem Zimmer-Haus? Und wie sieht es mit den Eigenmarken aus dem GGP-Haus aus.

Buchbauer: Es gibt im nächsten Jahr weder einen Agro-Rasenmäher, noch einen Agro-Rasentraktor. Unter der Marke Agro bieten wir nur Schneefräsen und Roboter an. Und dann haben wir noch ein überschaubares GGP-Eigenmarkengeschäft, und das ist auch wieder strukturiert. Auf der einen Seite die Gruppe rund um Raiffeisen und die Gruppe rund um 3e. Also auch hier ganz stark eine Hinwendung zum Fachhandel, und dementsprechend ist auch unsere Preispolitik, unsere Konditionspolitik, unsere Distributionspolitik.

ÖMM: Welche Hauptaufgaben kommen auf GGP Austria in nächster Zeit zu?

Buchbauer: Eine der Hauptaufgaben ist es, dass wir im Bereich von Stiga uns auch anschauen, welche Produktgruppen haben wir, und mit welchen Produktgruppen können wir den Markt bearbeiten. Wir sind – mit Husqvarna – die einzigen, die ein volles Sortiment an Front-MulchTraktoren haben. Wir sind die, die in Europa den Heck-Auswurf-Traktoren-Bereich erfunden haben. Jetzt steigt GGP neu ein in den Bereich der Akkugeräte – etwas spät – aber wir kommen mit einer 48 Volt Strategie und werden hier versuchen – gemeinsam mit dem Fachhandel – dieses Segment zu entwickeln. Wir sind die, die 16 verschiedene Mulch-Rasenmäher anbieten. Wir haben einen BenzinRasenmäher-Bereich, der von Kunststoff, Aluminium, Stahlblech, alles abdeckt. Wir haben einen Akku-Mäher-Bereich, der vom geschobenen Akku-Mäher bis zum selbständigen Akku-Mäher eine gesamte Range anbietet. Und über dieses umfang-
reiche Angebot, das wir heute dem Fachhandel zur Verfügung stellen, wollen wir gemeinsam mit unseren Händlern wachsen.

ÖMM: Wenn ein Unternehmen vor einem „Neuanfang“ steht stellt sich immer die Frage, wo will es in den nächsten fünf bis zehn Jahren stehen!

Laggner: Wir haben uns in den letzten zwanzig Jahren, in denen wir die Verantwortung für die Zimmer-Gruppe wahrnehmen, als technisch geprägter, vertrieblich geprägter Importeur, als „Handelshaus mit Technik-Affinität“ mit extrem starken Vertriebsanspruch flächendeckend in Österreich mit dem ganzen Bereich After-Sales und Ersatzteilversorgung usw. gesehen. Wir hatten in der Branche immer einen gewissen Vorreiterposten: Wir waren eines der ersten Unternehmen, das einen Roboter auf den Markt gebracht hat. Wir sind die ersten, die jetzt mit einem Hersteller eine gemeinsame Firma auf die Beine stellt haben. Wir haben immer eine führende Rolle gespielt, obwohl wir uns auf einem doch kleinen Markt bewegen. Um schnell reagieren zu können muss man oft einfach eigene Lösungen suchen, mit Schlauheit agieren und darf auch das Risiko nicht scheuen. Wichtig ist diese Kernpositionierung, rundherum muss man dann immer die Produkte suchen die dazu passen. Sei es mit YOOM der Bereich der Elektromobilität oder Weiterentwicklungen im Roboterbereich. Herzstück wird aber natürlich neben dem Bereich Garten das Segment Kommunal und Golftechnik. Ob das dann in einer Firma, oder in fünf Firmen oder wie jetzt gerade in drei Firmen ist, das wird man sehen. Aber die Philosophie ist ganz eindeutig, dass wir auf den Kernstärken, die wir haben aufbauen und uns mit interessanten Partnern und interessanten Produkten weiterentwickeln.

Buchbauer: GGP wird mit Stiga und Castelgarden für alle selbständigen Unternehmer, Fachhändler und Motoristen die klassische Alternative sein. Wir haben in dem Bereich die Möglichkeit eine wirklich große Motoristen Marke in Österreich zu werden. Es ist noch Luft nach oben, und das wollen wir, in Ausnützung unserer Sortimentsstärke, nützen. Das heißt, wir wollen schauen, dass wir mit dem Händler gemeinsam das Potential aus den verschiedenen Produktgruppen stärker ausnützen.

Töfferl: Also von den Umsatzgrößen her wollen wir über dem Markt wachsen. Wir wollen durch neue Produktsegmente führend bei Zimmer Garten, im Golfbereich und in der Kommunaltechnik, sowie bei Robotertechnik und Elektrotechnik sein. Das heißt: überproportional über den Markt in allen Segmenten wachsen. Wir haben natürlich auch noch ein paar alternative Vertriebswege im Kopf – z.B. das Thema Online Business – und werden uns modernen Strukturen anpassen. Gleichzeitig denken wir an eine Stärkung der Top Händler, der Top-Motoristen, durch mehr technischen Support, noch mehr POS Support. Wir unterscheiden da jetzt schon Jahre lang intern zwischen Sortimentspolitik und Systempolitik – da ist nicht nur der Zugang ein anderer sondern auch die jeweiligen Fachhändler sind anders aufgestellt. Unser Wunsch ist es, dass diejenigen Händler, die unseren Weg mitgehen – dort gibt es ja jetzt auch einen Generationenwechsel, sozusagen vom Fax zum IPad – optimal unterstützen.

Buchbauer: Es wird natürlich auch bei uns diese Shop-Lösungen geben, aber die müssen wir zum Händler integrieren. Der Händler ist unser Partner und Freund und steht im Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit. Mein Ziel ist es, dass ein Premium-Händler einen Internetshop hat, den wir ihm gestalten, wo wir ihm europaweit sofort die Neuheiten platzieren. Aber dafür müssen wir jetzt, mit den Händlern gemeinsam, die Hausübungen machen und müssen gemeinsam ein Bekenntnis zur Marke Stiga abgeben.
Das ist mein Wunsch, meine Bitte und meine Einladung an alle Händler draußen, da einfach mitzumachen, weil da brauchen wir die Unterstützung. Wenn die Burschen mitmachen, dann stehen denen grandiose Jahre ins Haus. Wir sagen heute ganz klar: „Der moderne Vertriebskanal im Jahr 2015 ist der Motorist und der Fachhändler.“

ÖMM: Meine Herren, danke für das Gespräch!