Ausgabe 01/2015

01 15Ausgabe 01/2015 im Volltext

Rasen-Roboter

Markt im Steilflug

Kaum einer der Märkte für Garten- oder Kommunaltechnik hat sich in den letzten Jahren so stark nach oben entwickelt, wie der Markt für Rasenroboter – vor allem Consumer-Bereich. Interessant dürfte in Zukunft aber auch der Einsatz von Mäh-Robotern in Kommunen oder auf Sportplätzen werden.

Alles in allem gesehen sind es vor allem Rasen-Roboter für Privatgärten, die sich in den letzten Jahren stark im Aufwind befinden. Lange Jahre war der Markt nach der Einführung der ersten Geräte Mitte der neunziger Jahre, einfach so dahingedümpelt. Gründe dafür waren Anfangsprobleme mit der Technik, aber vor allem auch der hohe Preis, der damals mindestens bei 2.500 Euro lag.

Dieser Zugang hat sich mittlerweile verändert. 2010 bis 2012 stieg die Zahl der verkauften Roboter erstmals deutlich an: 2012 wurden in Österreich 13.000 Stück verkauft, im letzten Jahr waren es 15.00 Einheiten. Für heuer rechnen Insider, dass es eine weitere Steigerung auf 17.000 bis 21.000 verkaufte Geräte geben wird. Erst bei einem jährlichen Verkauf von 23.000 Stück (sollte bereits in ein bis zwei Jahren passieren) glaubt man an ein erstes Einbremsen des Marktes. „Der Mark wirkt fast schon überhitzt“, meint ein Insider dazu.

Gründe für die starke Steigerung war nicht zuletzt das stark vergrößerte Angebot an Robotern. Kein Rasenmäher-Hersteller, der etwas auf sich hält, kann sich heute ein Mähsortiment ohne Roboter leisten.

Zwei Drittel über Fachhandel

Das Zuhause der meisten Roboter ist nach wie vor der Fachhandel. Rund siebzig bis achtzig Prozent der Geräte gehen über die Profis (Husqvarna, Ambrogio, Honda, Robomow, Viking, Etesia,…), etwa 15 bis 17 Prozent über die klassische DIY-Schiene der Bau – oder Gartenmärkte – das sind vor allem jene Marken, die auch ihr sonstiges Sortiment vorwiegend über Märkte verkaufen wie Bosch oder Gardena. Interessant ist, dass bereits sieben bis zehn Prozent über das Internet verkauft werden (z.B. Amazon, ebay oder auch direkt über einzelne Anbieter).

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In Kommunen, Parks und großen Gärten sind Rasen-Roboter derzeit nur einzeln vertreten. Trotzdem sollte man den Markt beobachten, denn hier ist in den nächsten Jahren trotz der hohen Anschaffungspreise (um die 20.000 Euro) Potential zu erwarten. Kostet doch die Anschaffung von Rasentraktor plus Fahrer die Gemeinde in Summe deutlich mehr. Auch die Industrie reagiert bereits: für die Saison 2015/16 sollte es neben den bestehenden Produkten (Belrobotics, Etesia, Eurogreen, Ambrogio) auch mehr Geräte für große Flächen geben.

Kein Spielzeug mehr

Unbestritten werden nach wie vor die meisten Rasen-Roboter an jene Leute verkauft, die Spaß an ihrer selbstfahrenden Mähmaschine haben. Allerdings scheint sich – möglicherweise durch die höheren Stückzahlen und die größere Anzahl der Anbieter eine Änderung im Zugang anzubahnen: Vom Spielzeug, das man gerne vorzeigt, zum anerkannten Arbeitsgerät.

Der Kunde, der sich heute einen Roboter kauft, wünscht sich einen selbstfahrenden Rasenmäher, der ihm so schnell und effizient wie möglich seinen Rasen mäht. Jene Zeiten, in denen der Mäher als Prestigeobjekt den ganzen Tag herumgefahren ist, scheinen vorbei zu sein. Dem tragen auch die Hersteller Rechnung: So vermeiden Mäher, die entsprechend programmiert werden können, etwa mehrfaches Mähen von Nebenflächen. Je nachdem, wie viele Mähflächen zu programmieren sind, desto genauer ist damit die Einsatzzeit einzuplanen.

GPS und Programmierung

Technisch gesehen werden heute fast alle Roboter mit Lithium-Ionen-Akkus ausgestattet. Ob das Thema GPS bereits praxistauglich ist, wird sich bei einigen Geräten in Zukunft weisen.

Interessant ist vor allem aber auch die Programmierung oder Beobachtung des Roboters per Handy oder Tablet, bequem vom Wohnzimmer oder Büro aus – auch ohne Blickkontakt.

Preise gehen hinunter

Vergleicht man die Preise für Roboter, dann fällt vor allem das nach unten gehende Preisniveau auf. Bekam man vor zehn Jahren noch keinen „anständigen“ Roboter unter 2.500 Euro, gibt es heute Markengeräte für Flächen bis zu 400 m2 schon um 600 bis 900 Euro – und darunter. Ob es Sinn macht, einen lukrativen Markt wie den mit Robotern genauso zu ruinieren, wie den Rasenmäher-Markt, müssen sich die Hersteller, die sich zugegebenermaßen auch in diesem Segment unter hohem Konkurrenzdruck befinden, selbst beantworten.

Hier finden Sie die Tabelle mit den technischen Details aller momentan in Österreich verfügbaren Geräte als pdf-Datei