motorist 0117Ausgabe 01/2017 Inhaltsverzeichnis

Spezialmarkt Frontmäher

Funktioniert nur mit Motoristen

Frontmäher sind ein klassisches Thema für den Fachhandel. Denn ohne Vorführung und entsprechende Wartung können diese Produkte kaum verkauft werden. Der Markt ist allerdings, nicht zuletzt wegen der doch eher höheren Preise – für Frontmäher mit Mähwerk bezahlt man ab 3.000 Euro – überschaubar.

Bei Frontmähern handelt es sich um eine spezielle Form von Aufsitzmähern, bei denen das Mähwerk vor der Vorderachse angebracht ist. Der Vorteil dieser Mähart liegt vor allem im besseren Überblick über die zu mähende Fläche, da der Fahrer direkt hinten und über dem Deck sitzt. Darüber hinaus verspricht die Konstruktion besondere Vorteile vor allem in Hinblick auf Wendigkeit, Übersichtlichkeit und Bodenanpassung und die Möglichkeit, mit dem Mähwerk auch unter Büschen oder anderen Hindernissen mähen zu können. „Es gibt keine Maschine, wo Sitz- und Mähkomfortort so entspannend sind, wie bei einem Frontmäher“, erklärt es ein Anbieter. Und weiter: „Durch die relativ schnelle Geschwindigkeit, den Hydrostat, die Wendigkeit des Knicklenkers, die Sitzposition (meistens mit Armlehnen) ergibt sich ein ganz phantastisches Fahren. Wenn jemand einmal so einen Traktor in seinem Garten verwendet hat, der steigt nie wieder herunter.“ Klassische Frontmäher sind in erster Linie Mulchgeräte. Der Vorteil: Beim Mähen werden nur die Spitzen abgeschnitten, das zerschnipselte Gras fällt wieder auf den Rasen zurück und wird somit zum natürlichen Dünger. Allerdings besitzen manche Geräte auch die Möglichkeit höheres Gras zu mähen und den Rasenschnitt seitlich oder hinten auszuwerfen. Das Gras kann dann mittels heckseitig angebauten Fangvorrichtungen extra aufgenommen werden.
Eine Novität sind Frontmäher mit Heckauswurf und Fangbox, wie sie etwa von Stiga und Husqvarna kürzlich vorgestellt wurden. Frontmäher gibt es in zwei Varianten: einerseits über die Hinterachse gesteuert – oder als Knicklenker, bei dem Antriebs- und Mäheinheit über eine Art Gelenk miteinander verbunden sind. Der Vorteil: Befindet sich der Drehpunkt der Steuerung im Gelenk fährt der hintere Teil exakt in der Spur der Vorderräder. Beide Varianten lassen sich auch gut mit kleinen Radien fahren, ideal für beengte Mähverhältnisse.

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Getriebe und Mähdecks

Als Antrieb stehen sowohl mechanische (eher im preiswerten Bereich) und vor allem hydrostatische Getriebe zur Verfügung. Während Schaltergetriebe den Vorteil haben auch in hügeligem oder abschüssigem Gelände „alles in der Hand zu haben“ sind hydrostatische Getriebe komfortabler und bedienungsfreundlicher, da sich die Geschwindigkeit während der Fahrt stufenlos anpasst.
In Österreich werden gerne Geräte mit Allrad angeboten, die vor allem auch Vorteile im hügeligen Gelände haben: Der Allrad-Antrieb ermöglicht es auch am Berg sicher zu fahren, stehen zu bleiben und die Richtung gefahrlos zu wechseln.
Immer häufiger setzen auch Besitzer von Weingärten Frontmäher mit Allrad und Ackerstollenbereifung um das Gras zwischen den Weinstöcken zu mähen.

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Zubehör

Wie auch bei klassischen Rasentraktoren oder Aufsitzmähern können Frontmäher mit verschiedenem Zubehör ausgestattet werden, was sie zum Ganzjahresgerät macht. Mit den Mähwerken lässt sich im Herbst zunächst einmal das Laub auf der Rasenfläche mulchen. Im Winter können sie mit verschiedenen Räumgeräten zur Schneebeseitigung eingesetzt werden. Hat der Frontmäher zusätzlich eine hintere Kupplung lassen sich fast unbegrenzt weitere gezogene Anbaugeräte einsetzen. Eines sollte aber beachtet werden: die gleichmäßige Gewichtsverteilung.

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Der Markt

Der österreichische Markt für Frontmäher ist überschaubar. Von den insgesamt jährlich rund 12.000 verkauften Rasentraktoren, Aufsitzmähern und Frontmähern dürften rund 2.000 Stück mit Frontmähwerken ausgestattet sein.

Die Einschätzung, dass der steigende Robotermarkt für eine Reduzierung des Traktorenmarktes sorgen würde, hat sich nicht bewahrheitet. Und eine Alternative für Frontmäher, die sich vor allem im semiprofessionellen und professionellen Bereich in Preisklassen von 3.000 bis 15.000 Euro (und darüber) wohl fühlen sind Roboter wahrscheinlich auch in den nächsten Jahren noch nicht.

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