Ausgabe 06/2017

motorist 0517Ausgabe 06/2017 im Volltext

Stella und Barbieri bringen gemeinsame Entwicklungen

italienisch – deutsche Kooperation

Sie verstehen Sich gut, die beiden: Stella der deutsche Konstrukteur mit italienischen Wurzeln und Giampaolo „Gianni“ Barbieri, der Produzent aus dem italienischen Ve­neto. Seit 2013 arbeiten die zwei Vollblut-Techniker zusammen. Die neuesten Entwick­lungen: Ferngesteuerte Mäher mit Sichel- oder Schlegelmähwerk.

Man kennt sich in der Branche – immerhin haben beide Unternehmen mittlerweile langjährige Erfahrungen in der Entwicklung, Produktion und Vertrieb von professionellen Motorgeräten. Bereits vor einigen Jahren wurden erste gemeinsame Projekte gestartet. Die neueste Entwicklung der beiden Unternehmen wurden vor kurzem am Barbieri-Standort in Sossano im Veneto/Italien vorgestellt: Die beiden ferngesteuerten Mulchmäher X-Rot mit Sichelmähwerk und der X-CUT als Schlegelmulcher. Auch am bekannten Zwischenachs-Schlegelmulcher Racoon, den es bereits seit einigen Jahren am Markt gibt, wird derzeit gearbeitet, um ihn in einer modernisierten Form auf den Markt zu bringen. Darüber hinaus werden 2018 der neue kompakte Hochgrasmulcher RoteX 70 und zwei neue Schlegelmulcher mit 60 und 70 cm Schnittbreite (CuteX 60 und 70) auf den Markt gebracht werden. Außerdem ist der X-TRON, ein Geräteträger mit Anbaugeräten in Planung und sollte 2018/2019 auf den Markt kommen. Die Zukunft der beiden Unternehmen liegt laut Giampolo Barbieri und Alfonso Stella in einer erfolgreichen Zusammenführung der beiden Unternehmen. Geplant ist eine gemeinsame Entwicklung der Geräte von Stella und Barbieri, die Produktion erfolgt am Barbieri-Standort in Sossano. Für den Vertrieb in Nordeuropa ist Stella zuständig, für das Gebiet Südeuropa Barbieri. Für den Österreich-Vertrieb soll ein Importeur eingesetzt werden. Wie man hört, gibt es bereits intensive Gespräche.

Ferngesteuerte Sichel- und Schlegelmäher

Der erste ferngesteuerten Mäher aus der Technikschmiede Stella-Barbieri ist der ferngesteuerte Sichelmulcher X-Rot mit derzeit 70 cm Schnittbreite, vom derzeit im Barbierie-Werk im italienischen Sossan in der Provinz Veneto die ersten Geräte produziert werden. Der X-Rot ist mit dem Honda GXV 390 4T OHV Motor mit 10,2 PS/7,6 kW (3.600 U/min) bei einem Hubraum von 389 ccm ausgestattet, die Fernsteuerung erfolgt über eine kontaktlose optische Verbindung mit der Senderfrequenz „AFA“ (Automatic Frequencey Agility). Die Reichweite beträgt 200 Meter.
Die weiteren technischen Details: Serieller Hybrid-Fahrantrieb 48 V/DC, stufenlose Fahrgeschwindigkeit von 0 bis 8 km/h, der Mähantrieb erfolgt über eine elektrische Messerkupplung (Drehzahl 2500 U/min). Der Messerantrieb ist mittels Keilriemen über eine elektromagnetische Messerkupplung zuschaltbar. Das Kreuzmesser erreicht eine Schnittbreite von 70 cm. Die Höheneinstellung (40 bis 140 cm) wird elektrisch über Hubzylinder durchgeführt . Die Hangtauglichkeit liegt bei 45 Grad, die Mähleistung bei 2.800 m2 pro Stunde bei einer Geschwindigkeit von 4 km/h. Der X-Cut unterscheidet sich vom X-Rot vor allem durch sein Schlegel-Mähwerk (entweder Y- oder Hammer-Schlegelmähwerk), das sogar Baumstämme schafft - und den stärkeren Briggs & Stratton 2-Zylinder OHV-Motor mit 13,1 PS/ 9,7 kW (3.600 U/min) mit einem Hubraum von 420 cm3. Ein Unterschied liegt, bedingt durch das schwerere Schlegelmähwerk, auch im Gewicht (320 gegenüber 290 kg, Bodendruck 0,12 kg/cm2 bzw. 0,107 kg/cm2.

Profigeräte für die Grünflächenpflege

Die neuen Profi Schlegelmulcher CuttEx 60 und 75 mit 60 und 75 cm Schnittbreite und den Honda-Motoren GX200 mit 6,5 PS/200 cm3 Hubraum und GX 270 mit 8,5 PS/270 cm3 wurden für Arbeiten in hohem Gras, Gestrüpp und an Straßenrändern, aber auch für Spielplätze und intensiv gepflegte Flächen konzipiert. Der robuste mechanische Fahrantrieb mit Ölbadgetriebe und 2 Vorwärts- und 1 Rückwärtsgang erlaubt schnelles Reversieren auch auf engem Raum. Der ergonomische schwingungsgedämpfte Holm ist werkzeuglos höhnen- und seitenverstellbar, sowie für den Transport auch klappbar. Die stufenlose Höhenverstellung des Mähwerks garantiert einen sauberen Mulchschnitt auch bei extremen Graswuchs. Frontschutzklappen verringern die Steinschlaggefahr.
Ebenfalls für die Grünflächenpflege hat Stella Engineering den kompakten Hochgrasmulcher RoteX 70 mit 70 cm Schnittbreite, dem Industriemotor Honda GXV 390 mit 10,2 PS/7,6 kW, 389 cm3 Hubraum), Einzelrad-Lenkbremsen, mechanischem Ölbadgetriebe und 2 Vw-N-IR-Gang entwickelt. Das Kreuzmesser mit zwei pendelnd gelagerten Flügelmessern sorgt für ordentlichen Mulchschnitt. Der im Gummi gelagerte Holm ist werkzeuglos seiten- und höhenverstellbar. Einen vollkommem Relaunch wurde der in die Jahre gekommene Aufsitz-Schle-gelmähers Racoon unterzogen, der 2018 auf den Markt kommen wird: Mit seiner zu hundert Prozent zuschaltbaren Differentialsperre ist der Raccon für schwieriges bergiges Gelände mit hohem Gras, Gestrüpp und Unterholz konzipiert. Durch die optimale Fahrspurbreite, die ausgewogene Achsbreite mit dem niedrigen Schwerpunkt lässt sich der Raccon durch die leichtgängige Zahnstangenlenkung leicht handhaben. Die Fronttrommelbremsen verhindern, dass der Racoon auch bei stärkeren Steigungen nicht „abschmiert“. Eine elektromagnetische Messerkupplung schaltet die Messerwelle sanft an und bremst innerhalb der vorgeschriebenen Stillstandzeit. Der neue Arbeitsbereich mit breiter, tieferliegender Fußraumwanne, den komfortableren Fahrersitz garantieren dem Fahrer eine ergonomisch optimale Sitzposition. Standardmäßig ist der Racoon mit klappbarem Fahrerbügel, Komfortsitz und Fronttrommelbremsen ausgestattet. Motorisiert ist der Racoon mit dem 22 PS/16,1 kW starken Briggs & Stratton Motor Serie 8 Commercial Turf mit 724 cm3 Hubraum.

Stella Engineering wurde 1995 gegründet und entwickelte vorerst Maschinen und Geräte für Firmen wie Toro, Wolf Garten, Kärcher und Agria, um sich dann mehr und mehr den eigenen Produkten zu widmen.
Mit dem ersten Patent des Profi-Vertikutierers VC-45 begann Stella erstmals eigene Geräte wie Rasenmäher, Gestrüppmäher oder auch den Zwischenachs-Schlegelmulcher Racoon zu entwickeln.
Für Gemeinden, die zunehmend auf das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat verzichten wollten, entwickelte Stella Engineering schon frühzeitig mechanischen Wildkrautbürsten für wassergebunden (VareX) und gepflasterte Wege (RadeX).
Mit der Produktionsverlagerung der Stella-Geräte in das Barbieri-Werk nach Italien liegt der Fokus von Stella nun auf der Entwicklung und dem Vertrieb im nördlichen Teil Europas.
www.stella-engineering.de

Barbieri, 1958 gegründet, produziert in seinem Werk in Sossano/Italien mit vierzig Mitarbeitern mechanische Einachser, sowie Kompakt-Schlepper mit mechanischen und hydrostatischen Antrieb bis 45 PS, von denen 75 Prozent in 30 Länder (Europa, Nordafrika, Südamerika) exportiert werden. Außerdem fungiert Barbieri seit vielen Jahren als OEM-Lieferant für Holder, Hako und Agria.
Seit 2011 produziert Barbieri kleinere Motorhacken in einem eigenen Werk in China, in dem jährlich 45.000 Geräte von 100 Mitarbeitern hergestellt werden. Darüber hinaus werden in China auch landwirtschaftliche Spezialmaschinen und Kompakt-Traktoren bis 60 PS gefertigt.
Weiters hat Barbieri vor einigen Jahren die Marke SEP von der Landini-Group übernommen und ist als Iseki-Generalimporteur tätig.
www.barbierisrl.com