Reportagen

Gibt es heuer genügend Geräte? ÖMM fragt die Lieferanten

ÖMM UMfrage

Die große Nachfrage an Gartengeräten sorgte im letzten Jahr zu teilweise enormen Lieferschwierigkeiten der Industrie. Vor allem Rasenroboter, aber auch viele andere Geräte waren Verkaufsschlager und daher oft Mangelware.  Darüber hinaus hatten viele Unternehmen häufig  auch Probleme mit Vorlieferanten.  Geringere Transportkapazitäten im Schiffsverkehr machten vor allem jenen Unternehmen zu schaffen, die Teile oder Geräte aus den USA oder dem asiatischen Raum beziehen.

 In Hinblick auf die kommenden Gartenmonate wollte es ÖMM wollte genauer wissen und fragte einen Querschnitt an Lieferanten: Wie haben Sie das letzten Jahr gemeistert  und was ist heuer zu erwarten – und wirkt sich diese Verknappung auch auf die Preise der Saison 2021 aus?

Ronald Hrnecek,  Geschäftsleitung Hochfilzer GmbH

Wir hatten bereits im letzten Jahr eine deutlich höhere Nachfrage nach unseren Produkten, quer durchs gesamte Programm. Durch eine dynamische Planung und eine enge Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten konnten wir die Verfügbarkeit über die gesamte Saison gewährleisten. Auch der Winter war durch die starken Schneefälle erfreulich fordernd, auch hier konnten wir aber bis zuletzt Schneefräsen von Ariens, Ego und Fujii liefern.

Deutliche Zuwächse bei den Frühbestellungen zeigen, dass der Trend auch 2021 anhält. Unsere Planungen aber sind optimistisch, die Logistik funktioniert dank früher Planung reibungslos. Somit erwarten wir, dass unsere Lieferfähigkeit auch 2021 wie gewohnt sehr gut sein wird. Wir werden im Sinne der Partnerschaft mit unseren Händlern und Endanwendern die Preise unangetastet lassen, auch wenn die Nachfrage anderes erlauben würde.

Demirhan Bueyuekataman, Country Business Director Power Tools Professional Robert Bosch AG

Das Covid-19 Virus verbreitet sich kontinuierlich weltweit und wirkt sich auf die Sicherheit und Gesundheit unserer Mitarbeiter und Geschäftspartner sowie auf die Produktion und Lieferzeitpläne unserer Lieferanten aus. Daher erwarten wir weiterhin Verzögerungen bei unseren Lieferungen. Konkret kommt es insbesondere bei Bauteilen sowie Frachtkapazitäten zu einer generellen Verknappung. Gleichzeitig begrenzen nationale Regelungen zur Corona-Pandemie sowie damit einhergehende Schutzmaßnahmen weltweit die Produktion in Fabriken. Dieser Entwicklung kann sich auch Bosch Power Tools nicht entziehen. Der Grund für diese Auswirkungen liegt außerhalb unserer Kontrolle, weshalb der Begriff ”höhere Gewalt” weiterhin gilt. Beeinträchtigte Produktionskapazitäten stehen auch im Zusammenhang mit verschärften Hygienemaßnahmen in den Werken. Wir arbeiten weiterhin mit Hochdruck an einer Lösung und stehen in engem Kontakt mit unseren Zulieferern, um die Situation gemeinsam zu verbessern.

Trotz steigenden Rohstoffpreise bleiben die Preise allerdings für unsere Geräte aus heutiger Sicht unverändert.

Dr. Andreas Heger Geschäftsführer  PROCHASKA Handels GmbH

Aktuell sind wir mit all unseren Marken, trotz einem hervorragenden Frühbezug in Österreich für 2021 und einem boomenden Geschäft der beiden Hauptmarken Toro und Greenworks in den USA gut lieferfähig und erwarten keine Verzögerungen. Die leistungsstarken Akku-Geräte von Cramer erfreuen sich einer großen Nachfrage und wir sind bestens für die Gartensaison gerüstet. Für den Kommunalbereich liefert Kioti, als Marktführer bei Traktoren in Südkorea, zeitgerecht und zuverlässig. Hinsichtlich der Preisgestaltung gibt es keine markanten Veränderungen, abgesehen von den üblichen, jährlichen Preisveränderungen. Insgesamt sind wir auf einem guten Weg und freuen trotz der vorherrschenden Pandemie, als Distributor namhafter Marken in ein erfolgreiches 2021 zu starten.

Mag. Franz Edlbauer, MBA Geschäftsführender Gesellschafter PRILLINGER GesmbH

PRILLINGER legt als renommierter Ersatzteileversorger im Landtechnik- und Motoristik-Bereich großen Wert darauf, das schnelle und sichere Lieferservice auch in Zeiten von Corona voll aufrechtzuerhalten. Gerade in Zeiten wie diesen schätzen die Mechaniker in den Werkstätten eine rasche und zuverlässige Ersatzteileversorgung. Die bei PRILLINGER gewohnt hohe Teileverfügbarkeit und Lieferzuverlässigkeit werden besonders jetzt erwartet und sehr geschätzt.

Bedingt durch die länderübergreifende Pandemie kommt es im Moment bei manchen Lieferanten zu etwas längeren Lieferzeiten. Das PRILLINGER-Team berücksichtigt dies schon seit längerem bei der Einkaufsplanung. Es lässt sich zwar nicht ganz vermeiden, dass einzelne Artikel manchmal vorübergehend nicht verfügbar sind. Alles in allem ist die Lieferfähigkeit bei PRILLINGER aber auch im Jahr 2021 auf gewohnt hohem Niveau und die Ersatzteile-Versorgung für die Reparaturwerkstätten gesichert. Wollen wir hoffen, dass die Versorgungsketten auch weiterhin gut funktionieren und die Preise stabil bleiben.

Martina Horvath Power Products Honda Central Europe

In der Gartensaison 2020  war Honda trotz der verschärften Coronasituation und der starken Nachfrage gut lieferfähig.

Unsere Fabriken sind weiterhin gut ausgelastet. Der enorme Bedarf an Schneefräsen in diesem Winter hat zusammen mit coronabedingten Ausfällen in der Logistikkette zu Lieferverspätungen geführt. Diese konnten im Jänner ausgeglichen werden und somit stand Rekordverkäufen nichts im Wege.

Unsere Garten- und Industriegeräte werden hauptsächlich in Frankreich  bzw. Thailand produziert. Die Fabriken laufen auf Hochtouren und wir sind bestmöglich, unter Berücksichtigung aller lokaler Gesundheitsmaßnahmen, auf die kommende Saison vorbereitet. Als internationaler Konzern sind wir bei einzelnen Komponenten natürlich auf weltweite Lieferketten angewiesen. Dadurch lassen sich pandemiebedingte kurzfristige Gegebenheiten nicht von vornherein ausschließen. Eventuelle Verknappungen haben keine unmittelbare Auswirkung auf das Preisniveau.

Gotthard und  Nicolai Pabst, Geschäftsführer Tiger GmbH 

Erfreulicherweise haben wir generell auch über Jahre hinweg keine Lieferschwierigkeiten unserer Hersteller aus Italien und Japan. Der Grund hierfür ist auch, dass wir ca. 4 Monate Vorlaufzeit haben, damit  unsere Ware rechtzeitig ankommt. Außerdem ist es auch unsere Philosophie, auch bei  größeren Bestellungen unserer Kunden immer lieferfähig zu sein. Das heißt, wir haben immer einen relativ großen Lagerbestand. Das ist aus kaufmännischer Sicht eigentlich nicht immer sinnvoll, aber wir wollen dadurch auch unseren Kunden unsere Stärke zeigen, was auch honoriert wird.

Natürlich haben wir auch –  wie wahrscheinlich andere –  Preiserhöhungen in unserer Produktpalette, möchten aber aus Fairnessgründen unserem Handel gegenüber diese nicht weitergeben, aufgrund der schwierigen Situation bedingt durch Corona.

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Hannelore Wachter-Sieg

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