Ausgabe 03/2019

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Marktübersicht Kompakttraktoren

Die universellen Multitalente

Kompakttraktoren sind Multitalente. Sie dienen als Geräteträger und sind sowohl im Winter als auch im Sommer einsetzbar. Wie bei allen Geräten setzen Industrie und Anwender zunehmend auf mehr Leistung und Komfort. Der Markt in Österreich dürfte inklusive der nicht angemeldeten Traktoren um die 700 Einheiten liegen.

In die Kategorie Kompakttraktoren fallen teilweise schon kleinere Traktoren, die vorwiegend im privaten Bereich ge nutzt werden. Ab 20 PS sind die Trakto ren auch für Kommunen und Dienstleis ter geeignet. Verlässlichere statistische Ziffern gibt es im professionellen Ein satz, da die Kompakttraktoren oft auch zum Straßenverkehr angemeldet / zuge lassen werden.
Hier zeigt sich über die letzten fünf Jahre ein sehr konstanter Markt im Bereich bis 50 PS von ca. 650 Einheiten. Setzt man dieses Marktsegment in Relation zum Gesamtmarkt „Zugmaschinen“ so be trägt der durchschnittliche Anteil ca. 12 Prozent. Im Vergleich zu Deutschland ist das wenig, dort werden im Schnitt ca. 26 Prozent Kompakttraktoren bis 50 PS vom Gesamttraktorenmarkt verkauft. Hier gibt es die Vermutung, dass inÖsterreich doch nicht so viele zugelassen werden wie verkauft, andererseits dass in Deutschland generell mehr Traktoren im Kommunalbereich im Einsatz sind. Bei den klassischen Kommunal-Kompakt traktoren beherrschen die drei großen Player Kubota, Iseki und John Deere zwei Drittel (68 Prozent) des Marktes. Ganz ähnlich ist es in Deutschland, wo Kubota, Iseki und JD rund 64 Prozent des Marktes beherrschen. Um den Rest „buhlen“ 15-20 Fabrikate.
Vorwiegende Einsatzgebiete in den Kommunen sind die Grünflächenpflege und natürlich Straßenreinigung, Winter dienst, usw. Mehr und mehr ist die Ho tellerie, sowie die Gewerbegebiete und Einkaufszentren ein wichtiger Abneh mer bzw. ein wichtiges Einsatzgebiet für Kompakttraktoren.

Mehr Sicherheit und Komfort

Kompakttraktoren haben, ähnlich wie die klassischen Traktoren für die Landwirtschaft, kontinuierlich eine steile Weiterentwicklung vollzogen – man könnte sagen zeitversetzt 20 Jahre später. All das, was in den 60/70er Jahren beim Standardtraktor passierte, geschah in den 80/90er Jahren bei den Kompakten. Zuerst kam ein Schutzbügel mit Dach und Frontscheibe, später geschlossene Kabinen, Komfortsitze, Heizung, Klimaanlage, usw. Vergleicht man heute Kabinen, so sind beide professionell gefertigt und mit besten Bedienungskomfort. Wo der Kompakttraktor dem landwirtschaftlichen Traktor voraus war, ist der hydraulische (stufenlose) Fahrantrieb. Dieser ist optimal im Kommunalbereich, sprich beim Geräteeinsatz. Man braucht hier keine Zugleistung und damit ist der Leistungsverlust, welcher bei landwirtschaftlichen Traktoren extrem wichtig ist, kein Thema.
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Interessant ist auch, dass sich der Allradantrieb viel schneller durchgesetzt hat, als bei normalen Traktoren. Wahrscheinlich liegt das auch daran, dass der Allradantrieb wichtig im Wintereinsatz für den Betrieb von Schneepflügen ist.
03 19 03Der Kompakttraktor hat nicht nur im Bereich des Komforts eine rasche Entwicklung gemacht, sondern auch im technischen Equipment. So wurden die Ansprüche an Hydraulikleistung, Anschlussmöglichkeiten vorne, mittig nd hinten ein wichtiges Kaufkriterium, aber auch Zapfwellenantrieb ebenfalls vorne, mittig und hinten.In den letzten Jahren entwickelte sich der Kompakttraktor immer mehr zum „Trägerfahrzeug“. Der Vorteil für den Fachhandel: Wird so ein Fahrzeug angeschafft, wird oft mindestens soviel an „Zubehör“ (Frontzapfwelle, Frontkraftheber, Mähwerk, Auffangbehälter, …) mitgekauft. Alles das ist sehr beratungsintensiv und benötigt echte Profis. Ein Thema ist auch der Einsatz von Raupenfahrzeugen. Diese kommen bei extremen Böschungen zur Anwendung. Wobei diese immer mehr autonom betrieben werden. Soll heißen: der „Fahrer“ steht am Rand und steuert das Fahrzeug über eine Fernbedienung.

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Ausblick

Der Trend geht eindeutig in Richtung Fahrkomfort, noch leisere Kabinen, Traktorsitze mit Einstellmöglichkeiten wie bei den „Großen“. Die Motorleistung steigt um steigende Hydraulikleistungen und Geräteantriebe abzudecken. Der Bedienkomfort geht ebenfalls in Richtung der landwirtschaftlichen Traktoren, weg von Hebeln, hin zur „Komfortbedienung“. Der größte Unterschied zu landwirtschaftlichen Traktoren ist das Einsatzgebiet. Hier wird das „Größerwerden“ eindeutig eingeschränkt durch die Breite der Gehwege, Gebäudedurchfahrten, Bäume, usw.

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