Ausgabe 01/2020

motorist 0120Ausgabe 01/2020 Inhaltsverzeichnis

Rasen-Roboter

Gut im Rennen

Rasen-Roboter zählen immer noch zu den Umsatzbringern im Gartensegment. Im letzten Jahr gab es zwar eine leichte Verlangsamung der Zuwachsraten, trotzdem ist der Markt immer noch im Wachsen begriffen, allerdings nicht mehr im zweistelligen Bereich. Doch der Plafond ist mit Sicherheit noch nicht erreicht.

Insgesamt sind die Steigerungsraten bei Rasenrobotern in den letzten zehn Jahren „durch die Decke gegangen“. Das war nicht immer so. Als die ersten Rasen-Roboter Mitte der Neunziger Jahre auf den Markt kamen, wurden sie vielfach als nettes Spielzeug mit wenig Zukunft angesehen. Das blieb auch lange so. Bis Anfang des letzten Jahrzehnts wurden jährlich einige tausend Stück an Liebhaber und technik-affine Gartenbesitzer verkauft. Das lag auch daran, dass es mit Husqvarna, Ambrogio und Robomow lange Zeit eine über- schaubare Anzahl von Anbietern gab. Diese Situation hat sich geändert. Mittlerweile gehören Rasenroboter zum Standard-Programm fast aller Hersteller.

Starke Steigerung ab 2010

Der Hype um den Rasenroboter begann 2010 bis 2012, wo mit 13.000 verkauften Stückzahlen der Markt deutlich anzog. 2015 wurden bereits 15.000 bis 20.000 Einheiten verkauft. In den dar- auf folgenden Jahren sind, nicht zuletzt auch durch die zunehmende Zahl der Anbieter, die Verkaufszahlen in die Höhe geschossen und haben 2017 einen ersten Höhepunkt mit 35.000 verkauften Stück erreicht.

Aufgrund der schwachen Gartenjahre 2018 und vor allem 2019, mit trockenem April und kaltem Mai konnte diese Zahl nicht mehr getoppt werden. Trotzdem: Rund ein Drittel der hand- geführten Rasenmäher wird bereits durch Rasenroboter ersetzt oder ergänzt.

Dass immer mehr Gartenbesitzer auf einen Rasenroboter als Mähmaschine setzen, hat eine Reihe von Gründen: Ein stets gepflegter Rasen ohne Einsatz von eigener Muskelkraft, weniger Geräusche und Emissionen. Darüber hinaus gibt es in den letzten Jahren auch ein großes Angebot an preiswerten Geräten, die eine neue Kundenschicht ansprechen.

Änderung des Kaufverhaltens

Während in früheren Jahren Rasenroboter vor allem in einer Preisklasse von 2000 bis 3000 Euro verkauft wurden, hat sich das Angebot nicht zuletzt durch den Einstieg asiatischer Hersteller in den letzten Jahren verändert. Durch diese Anbieter im preisgünstigen Einstiegs-Segment bis zu 1.000 Euro (teilweise auch mit Selbstinstallation), die auch über Baumärkte angeboten werden, werden auch Reihenhaus-Besitzer mit kleinen Gärten bis zu 100 m2 angesprochen. Ein Bereich, der mit Sicherheit noch wachsen wird. Alles unter 1.000 Euro wird einfach leichter gekauft.

01 20 01

Ein weiteres Segment mit Wachstums- potential gibt es im Bereich der kommunalen Dienstleister. Neben den bekannten Vorteilen wie geringer Lärm, keine Schadstoff-Emissionen, sind es vor allem die finanziellen Vorteile wie ein geringerer Personalaufwand, die Rasenroboter mittelfristig interessant machen. Ideal sind die automatischen Mähmaschinen vor allem für Sportplätze, öffentliche Grünflächen, Firmengelände, aber auch Kindergärten.

Mit einer weiteren Zunahme der Stück- zahlen im öffentlichen Raum ist auch durch die Einführung von Schwarmkonzepten und Flottenmanagement in Kombination mit Online-Verfügbarkeit der Geräte zu rechnen, die teilweise bereits erfolgreich arbeiten. Husqvarna hat vor zwei Jahren spezielle Roboter für sein „Fleet Service System“ entwickelt. Diese Geräte sind speziell für den kommunalen Einsatz konzipiert, was sich auch in der Farbe Orange wieder- spiegelt. Sie können über App, Handy, Tablet oder PC gesteuert werden.

Für den Einsatz von Maschinen im öffentlichen Raum gibt es allerdings eine Reihe von Herausforderungen zu bewältigen. Abgesehen vom Diebstahlschutz sind es vor allem sicherheits- relevante Themen, die im Mittelpunkt stehen. Einiges davon wurde schon gelöst: So gibt es versenkbare Garagen für Roboter, die vor allem in sensiblen Bereichen wie Kindergärten wichtig sind.

Ein Viertel unter 1.000 Euro01 20 03

Wir haben es schon angesprochen: Der Großteil der Rasenroboter wird im Segment unter 1.000 Euro verkauft – mit steigender Tendenz. Gehen wir von 35.000 Stück jährlich aus, sind das rund 25 Prozent, die in diesem Preisbereich verkauft werden. In einer Preisklasse von 1.000 bis zu 1.500 Euro sind es 16 Prozent. Ein Viertel der verkauften Geräte kostet zwischen 1.500 und bis zu 2.000 Euro, 17 Prozent der Roboter liegen in der Preisklasse von 2.000 bis zu 3.000 Euro. Immerhin 15 Prozent der Roboter werden im Top-Segment über 3.000 Euro verkauft.

 01 20 02

01 20 04

Roboter ist Fachhandel

Auch wenn manche Händler es anders sehen, wird die überwiegende Anzahl der Roboter über den Fachhandel verkauft. Der gefürchtete Online- Handel liegt laut Einschätzung von Insidern bei maximal zehn Prozent. Husqvarna EPOS ist ein hochpräzises Satellitennavigationssystem für Profi- Automower. Statt mit einem an Rasen- rändern verlegten Begrenzungskabel wird der zu mähende Bereich virtuell mithilfe von Satellitendaten eingegrenzt. Dank der Genauigkeit von 2-3 cm gelingt dies äußerst präzise und zuverlässig.

Außerdem finden sich online vor allem Geräte im günstigen Bereich, die weniger vom Fachhandel verkauft werden, online knabbert also eher am Baumarkt- Umsatz. Insgesamt wird rund ein Drittel der verkauften Geräte über Baumärkte oder online verkauft. Um sich vom Baumarkt abzuheben ist der Fachhandel mehr denn je gefordert. Als doppelter Verkäufer – erst verkauft er das Gerät und dann während der Verlegung eventuell noch die passende Garage oder weitere Zusatzartikel für den Garten – und dann als Techniker, der den Rasenroboter perfekt verlegt.

Die Profis unter den Rasenroboter- Händlern sind aber auch dann vor Ort, wenn es um größere Projekte, wie die Positionierung von Robotern auf öffentlichen Flächen geht. Eine weitere Möglichkeit, sich zu profilieren, sind Miet-Roboter für große Flächen, mit dem die Firma ZZ Robotics mit ihrem Großflächen Ambrogio ab heuer punkten möchte.

Satelliten sind im Kommen

Fast alle der derzeit angebotenen Geräte benötigen eine Induktionsstrom- schleife, derzeit immer noch die effizienteste und genaueste Variante, um dem Roboter seine Grenzen aufzuzeigen. Allerdings ist Satelliten-Navigation stark im Kommen. Husqvarna startet im nächsten Jahr einen Testbetrieb mit dem neuen EPOS-System, das kürzlich vorgestellt wurde und eine reine Satelliten-Navigation möglich macht. Hier ist sicher noch einiges zu erwarten.

01 20 05

01 20 06

zur Marktübersicht