Ausgabe 02/2020

motorist 0220Ausgabe 02/2020 Inhaltsverzeichnis

Krise oder Chance

Was tut sich in der Branche

Seit Anfang März hält das Corona-Virus uns alle in Atem. Auch für unsere Unternehmen waren und sind es herausfordernde Zeiten. Wir haben uns bei Vertretern von Industrie und Großhandel umgehört, wie sie diese schwierige Zeit von Kurzarbeit und geschlossenen Betrieben gemeistert haben und was sie in den künftigen Wochen erwarten.

Die derzeitige Situation ist für alle Unternehmen herausfordernd. Wie geht man bei STIHL damit um? In Deutschland wurde beispielsweise der geplante Internet-Direkt-Shop frühzeitig eröffnet. Worauf setzt man in Österreich?

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Mag. Alexander Hembach, Geschäftsführer STIHL Gesellschaft m.b.H.

STIHL hat während der Geschäftsschließungen in ganz Österreich die Kapazitäten an die Nachfrage angepasst. Durch den Abbau von Überstunden, Urlaubstagen und zu einem geringen Teil auch durch Kurzarbeit ist es gelungen, alle Arbeitsplätze am Standort nachhaltig zu sichern. Wir hatten uns auf die Öffnung der Fachgeschäfte am 14. April gut vorbereitet, sodass wir die dann erwartet hohe Nachfrage befriedigen konnten.

Die strikte Einhaltung von Hygienestandards hat dazu geführt, dass es am Standort Vösendorf keine Infektionsfälle gab. Einen Internet-Direkt-Shop wird es in Österreich aktuell nicht geben. Wir setzen beim Außenauftritt auf bestehende digitale Kanäle wie Facebook, Instagram und das Google Netzwerk.

Beim Thema Online Shopping wird hierbei auf bestehende Online Shops der Händler verlinkt. Es ist uns wichtig, dass unsere Handelspartner in der digitalen Welt auffindbar sind. Gleichzeitig sehen wir es aber auch in Zukunft als notwendig an, dass der stationäre Partner vor Ort für unsere Endkunden geöffnet hat, und eine professionelle Beratung und Service anbietet.

Positec hat chinesische Wurzeln und gerade begonnen, sich vor allem mit der Fachhandels-Marke Kress auf dem österreichischen und deutschen Markt zu etablieren und dort die Handelslandschaft aufzubauen. Wie laufen die Gespräche?

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Horst Martens, Director Dealer Channel Europe POSITEC Germany GmbH

Wichtiger als die Wurzeln eines Produktes sind die hohen Standards, die Qualität der Fertigung, die verwendeten Komponenten/Bauteile, das ansprechende Design und letztendlich der anwenderorientierte Nutzen des Produkts zu einem fairen Preis/Leistungsverhältnis bei gleichzeitig höchsten Sicherheitsmaßstäben. Mit all diesen Attributen zählt die Marke KRESS zu den interessantesten Anbietern hochwertiger Rasenroboter am europäischen Markt.
Unsere Produkte profitieren von einem der weltweit führenden Hersteller von hochwertigen und innovativen Gartengeräten und Elektrowerkzeugen, der Firma POSITEC mit mehr als 4000 Mitarbeitern weltweit und mehr als 500 Fachkräften in Forschung und Entwicklung.

Die Marke KRESS ist nunmehr auch in Österreich angetreten, die Fachhändler von den Vorteilen des KRESS Rasenrobotersortiments und dem einzigartigen Vertriebs- und Preissystem zu überzeugen. Dieses beinhaltet ein „Rundum Sorglos-Paket“ für die Fachändler. Dieses Paket überzeugt durch ein innovatives Kommissionswarensystem wodurch der Händler kein Kapital bindet und durch absolute Preisstabilität, die die Marge garantiert. Ein durch den gnadenlosen Verdrängungswettbewerb bedingter, extrem wichtiger Faktor für die Zukunft des Fachhandels. Gerade diese Faktoren haben dazu geführt, dass wir innerhalb eines knappen halben Jahres immerhin schon weit über 200 Händler unter Vertrag nehmen konnten und durch die weiteren äußerst positive Gespräche mit Fachhändlern in Deutschland und Österreich werden neue vielversprechende Partnerschaften mit kompetenten Fachhändlern hinzukommen.
Darüber freuen wir uns sehr und werden auch zukünftig die konstruktive Zusammenarbeit durch die Akquise am Markt verstärken.

Bedingt durch die aktuelle Situation sind wir in unserem Zeitplan zwar etwas zurück aber dennoch überzeugt, dass wir mit unserem Angebot an die Fachhändler auf einem guten Weg sind.
Dies vor allem vor dem Hintergrund, dass unser Angebot einzigartig ist und den hohen Stellenwert echter Partnerschaft mit dem Fachhandel besonders unterstreicht.
Wir sind daher überzeugt, dass wir am Ende des Tages gemeinsam mit unseren Fachhändlern sehr erfolgreich sein werden und freuen uns bereits jetzt auf viele weitere gute Gespräche und Abschlüsse.

Hochfilzer hat zwei Unternehmen in Kundl und Imst in Tirol, das von den Quarantäne-Bestimmungen stark getroffen wurde. Wie gehen Sie jetzt auf Ihre Kunden zu?

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Ronald Hrnecek, Geschäftsleitung HOCHFILZER GmbH & Co KG

Behördliche Schließungen und Fremdbestimmung sind eine neue und natürlich unerfreuliche Erfahrung. So war gerade zu Beginn der in Tirol sehr strengen Maßnahmen erstmal eine Schockstarre zu verspüren. Es wurde aber schnell erkannt, dass nach wie vor Bedarf an unseren Produkten besteht. Ganz allgemein wurden neue Wege im Vertrieb gesucht, auch wird mehr Wert auf Lokales gelegt. Im Consumer Bereich konnten wir einen Teil des Ausfalls durch unseren Online-Shop auffangen. Der Profi-Bereich war gewissermaßen auf Stand-By, hier erwarten wir, dass jetzt, wo die Geschäfte wieder offen sind und das öffentliche Leben wieder mehr Normalität erfährt, ein beträchtlicher Teil aufgeholt wird.

Im Großhandel kamen die Maßnahmen für uns zu einem noch „günstigen“ Zeitpunkt vor Start der Saison. Unser Betrieb war immer geöffnet und wir konnten so den Kontakt zu unseren Kunden wahren und das gewohnte Service weiter bieten. Sowohl Maschinen als auch Ersatzteile werden prompt geliefert, Garantien wie üblich schnell abgewickelt. Wir haben zudem eine hervorragende Verfügbarkeit aller Produkte, auch die Produktion bei unseren Lieferanten läuft ohne größere Probleme, wodurch wir seit Start der Saison und der Wiederöffnung der Geschäfte recht erfreuliche Ergebnisse verzeichnen konnten.

Nun hoffen wir natürlich, dass die Politik sehr bald wieder mehr Normalität zulässt, um der Wirtschaft nicht den Atem zu nehmen. Hierfür brauchen wir gesunde Unternehmen mit sicheren Arbeitsplätzen und eine gute Stimmung mit positiven Aussichten.

Herausfordernde Zeiten erfordern entsprechende Maßnahmen. Mit den Bewässerungsprofis will Husqvarna eine neue Schiene aufbauen. Wie gehen Sie in diesen Zeiten damit um?

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Johannes Viertlmayr, Geschäftsleitung HUSQVARNA Austria GmbH

Die letzten Tage und Wochen haben uns wieder vor Augen geführt, wie wichtig und bedeutend der Dienstleistungssektor über alle Branchen hinweg ist. Nicht nur die systemrelevanten Berufe, angefangen von MitarbeiterInnen im Lebensmittelhandel bis hin zum Pflegepersonal, spielten eine große Rolle, sondern auch die klassischen Handwerksberufe. Dienstleister, die einen unterstützen, im und um das geliebte Heim bzw. Haus wieder alles zum Laufen zu bringen, waren ganz vorne bei den Suchanzeigen.

Dienstleistung war immer schon ein wesentlicher Faktor in unserer Gesellschaft und wird dies auch weiterhin sein. Es ist daher sehr naheliegend, dass die Husqvarna Gruppe in ihrer zukünftigen Ausrichtung, einen Fokus auf jegliche Art von möglicher, produktnaher Dienstleistung im Garten und Forstbereich setzt.

Eines dieser Projekte, die automatische Bewässerung, geht 2020 bereits in die zweite Saison. In Betracht des enormen Marktpotentials befinden wir uns noch auf einem relativ niedrigen Niveau. Wir verzeichnen aber bereits jetzt, zu Beginn der Saison, exponentielle Zuwächse.

Ein Kollege hat vor kurzem einen interessanten Vergleich aufgestellt: Die automatische Bewässerung ist für uns das, was für einen Goldgräber das Gold in tiefen Schichten ist. Wir werden in mageren Zeiten tiefer graben müssen und uns glücklich schätzen über diese versteckten Ressourcen.

Drei grundlegende Beobachtungen bestärken unseren Fokus für automatische Bewässerungen:
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Die generelle Klimaerwärmung – April 2020 war kein unnatürliches Wetterphänomen, also keine Ausnahme mehr.
Der Trend geht zu gepflegten Gartenanlagen.
Der bewusste, sorgsame Umgang mit Ressourcen, in diesem Fall mit dem wertvollen Gut Wasser.

Diese Erkenntnisse kombiniert mit der Möglichkeit einer individuellen und vor allem smarten Lösung für den eigenen Garten machen das Projekt einzigartig.

In den vergangenen Wochen lautete die Devise: Daheim bleiben. Der eigene Garten oder Balkon wurde zum Mittelpunkt der Welt. Viele Menschen hatten sich vor der Schließung der Gartenmärkte noch mit Pflanzen, Blumenzwiebeln, Kräutern und Erde eingedeckt und verschönerten den Balkon, die Terrasse oder den eigenen Garten. Das Garteln wirkte dem Lagerkoller entgegen. Natürlich hat auch Husqvarna durch den Lock-Down Umsätze über alle Produktgruppen verloren. Aber gerade jetzt haben wir die Chance, vieles wieder zu kompensieren.

Die Zeit der Hausbesitzer für die Gartenarbeit wird in den nächsten Wochen wieder weniger. Wer kümmert sich dann um die Pflanzen oder den Rasen? Die automatisierte Bewässerung hat für jeden die perfekte Lösung. Sie richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen, spart Wasser und sorgt für mehr Freizeit.

Der ersehnte Regen, Ende April nach der langen Trockenperiode, sollte sich zusätzlich positiv auf dieses wegweisende Projekt auswirken. Bei einer zu langen Trockenperiode verpufft auch bei Besitzern eines englischen Rasens die Ambition, diesen weiter im gewohnten Grün zu erhalten. Eine oft gestellte Frage betrifft die Lieferfähigkeit. Unsere Produktion und Logistik laufen derzeit mit voller Auslastung und wir haben generell keinerlei nennenswerte Probleme mit der Verfügbarkeit. Hier ist es sehr hilfreich, dass nahezu alle Bewässerungs-Produkte bei uns im Werk in Deutschland hergestellt werden.

Eines haben wir bereits in den letzten Wochen gelernt:
Es ist in einer derartigen Situation wichtig, schnell, flexibel und agil zu reagieren.

Zum Schluss möchte ich noch betonen, wie bereits in den Husqvarna Newslettern darauf hingewiesen, wie wichtig in diesen Zeiten umsichtiges und auf Sicherheit bedachtes Handeln ist. Auch nach Aufhebung der Ausgangsbeschränkungen, achten Sie in diesen schwierigen Zeiten auf sich, Ihre Familien, auf Ihre Mitarbeiter und auf Ihre Kunden!

Sie Werkstätten der Fachbetriebe konnten im Gegensatz zu den Verkaufsflächen auch während der letzten Wochen offen bleiben. Hat das dem Ersatzteilgeschäft genützt?

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Mag. Franz Edlbauer, MBA, Geschäftsführender Gesellschafter PRILLINGER GmbH

Die Coronakrise ist genau in jener Phase des Jahres über uns hereingebrochen, in der die meisten Gartenbesitzer, aber auch die Kommunen traditionell ihre Garten- und Landschaftspflegegeräte für die Saison vorbereiten lassen. Weil diese Servicearbeiten nicht einfach aufgeschoben werden können, waren in den letzten Wochen trotz Coronavirus die Servicewerkstätten sehr gut ausgelastet. Dank funktionierender Versorgung mit Ersatzteilen konnten sie die Servicearbeiten zur vollen Zufriedenheit ihrer Kunden erledigen.

Die Nachfrage nach Ersatzteilen war und ist also auch in der Krise ungebrochen. Während die Verkaufsflächen geschlossen waren, liefen die Ersatzteilbestellungen über die Werkstätte. Die Mechaniker kümmerten sich – bei sehr eingeschränktem Kundenkontakt – um die Auswahl und Bestellung der Ersatzteile. Nun dürfen die Geschäfte ja wieder öffnen, und es ist jetzt auch wieder Beratung in Zusammenhang mit Ersatzteilen möglich. Damit können die Fachhändler nun wieder ihre volle Kompetenz ausspielen – nicht nur in der Werkstätte.

PRILLINGER legt jedenfalls als renommierter Ersatzteileversorger im Landtechnik- und Motoristik-Bereich großen Wert darauf, das gewohnt hohe Lieferservice auch jetzt voll aufrechtzuerhalten. Wir liefern daher – wie auch vor der Krise – jeden Tag die bestellten Ersatzteile per Nachtexpress aus. Gerade in Zeiten wie diesen schätzen die Mechaniker in den Werkstätten eine rasche und zuverlässige Ersatzteileversorgung.

Wir bei PRILLINGER haben in den letzten Wochen die Erfahrung gemacht, dass unsere Kunden gerade jetzt auch großen Wert auf eine freundliche und kompetente Beratung legen. Die bei PRILLINGER gewohnt hohe Teileverfügbarkeit und Lieferzuverlässigkeit werden jetzt besonders erwartet und sehr geschätzt. Wer als Lieferant auch in der jetzigen Phase die Erwartungen seiner Kunden zur vollen Zufriedenheit erfüllen kann, wird vermutlichen auch nach der Krise einen Vorteil haben. Möglicherweise wird gerade jetzt zwischen manchem Lieferanten und Kunden der Grundstein für eine in Zukunft vertiefte Partnerschaft gelegt.

STIGA hat dem Fachhandel bereits zu Anfang der Corona-Krise empfohlen, sich verstärkt Geräte auf Lager zu legen. Hat sich diese Strategie bewährt?

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Michael Buchbauer, Geschäftsführer STIGA GmbH

Bereits bei der Händlerkonferenz „STIGA Touch and Feel 2020“ im Oktober war das Kernthema: „Warenpräsentation“. Gute Sortimentspräsentation, sofortige Verfügbarkeit der Hauptprodukte und der dazugehörigen Ersatz- und Verschleißteile, sind aus Sicht unserer Partner absolute Erfolgsbausteine im modernen Fachhandel. Deswegen sind eine frühe Produktion bzw. Anlieferung jedes Jahr das Ziel und zwischenzeitlich normal. Der Fachhandel möchte die Ausstellung vom Wintersortiment auf den Frühlingsstart in Ruhe umbauen. Kunden wollen begeistert werden! Die Ausstellung ist die Bühne des Verkäufers. Wir von STIGA unterstützen mit zusätzlichen Funktionsrabatten und unsere Händler sind damit sehr erfolgreich unterwegs.

Im heurigen Jahr war alles dramatischer. Bereits im Jänner zeichneten sich mögliche Corona bedingte Produktionsverzögerungen ab. Beunruhigende Infos aus unserer Fabrik in China und aus unserem Kompetenzzentrum in Italien.
„Handle entschlossen“ ist einer unserer Grundsätze und wir haben gehandelt. Alle Partner wurden über die sich abzeichnenden Risiken informiert. Unser gemeinsames Ziel war es, durch verstärkte Bevorratung, die Versorgung zumindest bis in den Frühsommer sicherzustellen. Das war eine gute Entscheidung. Wir konnten keine Produkte aus dem Hut zaubern, aber freie Mengen den österreichischen Partnern als Alternativprodukte zur Verfügung stellen.
Später kamen dann die erwarteten Produktionsverzögerungen, fehlende Zulieferteile, keine Schiffe aus China, langsamere Produktionen in allen Werken und Lieferverzögerungen durch die neuen Sicherheitsstandards, gesperrte Grenzen – teilweise sind unsere LKWs 6 Stunden an der italienisch/österreichischen Grenze gestanden. Mitte März war dann wirklich herausfordernd: Wir hatten alles auf eine Notbelieferung aus dem Lager Deutschland vorbereitet – sollte die italienische Grenze geschlossen werden. Täglich neue Beschränkungen, explodierende LKW-Frachtkosten, immer wieder neue Regierungsanweisungen die die Produktion verlangsamten, dann die Schließung der Produktion! Gleichzeitig kamen Neuaufträge von Großkunden, die von Mitbewerbern keine Lieferungen erhalten haben. Echt spannend!

Bis heute konnten wir die Versorgung aufrechterhalten. Keiner unserer Händler ob groß, ob klein hat wichtige Geschäfte verloren oder musste Kunden enttäuschen. Wir glauben daran: „Better together“! Gemeinsam kann man vieles schaffen. Mein Dank für das Erreichte, gilt ganz besonders den Kollegen im Verkauf, Logistik und Produktion – und vor allem den Inhabern und Mitarbeitern der STIGA Händler und STIGA Premium Partner, die Gewaltiges geleistet haben und leisten.

ZZ Robotics erhält seine Roboter ausschließlich aus Italien. Können Sie genügend Ware erhalten, um alle Wünsche zu befriedigen?

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Siegwald Töfferl, BSc Geschäftsführer ZZ Robotics GmbH

Gleich vorneweg: Ja wir bekommen genügend Ware! Die Produktion der Ambrogio Rasenroboter in Italien musste zwar wegen der Covid-19-Beschränkungen Mitte März wie in fast allen Industriebereichen reduziert werden. Wir haben sofort unterschiedliche Notfall-Szenarien erarbeitet, wie wir die Bestellungen unserer Kunden trotzdem erfüllen können. Diese Szenarien mussten wir aber glücklicherweise gar nicht zur Anwendung bringen, denn die beruhigende Nachricht ist: Der Hersteller Zucchetti Centro Sistemi hat rasch einen Weg gefunden, natürlich unter den strengsten Sicherheitsvorkehrungen, die Produktion weiter laufen zu lassen. So konnten wir in den vergangenen Wochen wie geplant mehrere LKW-Ladungen neuer Ambrogio Roboter, Zubehör und Ersatzteile in Wien entgegennehmen und unsere Händler versorgen. Schon zu Beginn der Corona-Krise hatte es kurzfristige Engpässe bei der Nachlieferung einzelner Komponenten gegeben, was jedoch mittlerweile wieder unter Kontrolle ist. Das beeinflusste die Produktion aber nicht im Geringsten und so wurden über den Winter schon unzählige Rasenroboter gebaut und an uns geliefert. Das bedeutet, unser Lager war schon und ist weiterhin gut gefüllt! Was uns positiv überrascht hat, ist die momentan erhöhte Nachfrage nach Rasenrobotern generell. Viele Menschen sind jetzt zu Hause und haben dadurch ein viel größeres Augenmerk auf ihren Garten, Rasenmähen gehört da nicht unbedingt zu den Lieblingsbeschäftigungen. Dank eines Rasenroboters aber immer einen perfekt gemähten Rasen zu haben, ist ein Luxus, den sich gerade jetzt viele anstatt eines Urlaubes gönnen möchten. Mit Ambrogio haben wir die perfekte Lösung für alle, die viel Zeit zu Hause und in ihrem Garten verbringen. Mit der hohen Akkulaufzeit ist es bei entsprechender Modellauswahl möglich, den Roboter nur genau ein Mal pro Tag zur gewünschten Zeit mähen zu lassen. Er muss nicht mehrmals zurück zur Ladestation wie Modelle mit geringerer Kapazität. So bleibt der Rasen für den Großteil des Tages frei und kann ungestört genutzt werden.

AL-KO bezieht viele der kleineren preiswerteren Geräte vor allem aus China. Wie sieht es mit der Lieferfähigkeit aus bzw. ist das die Chance für die hochwertigen in Obdach produzierten Maschinen?

02 20 08

Ing. Mag. Gernot Trippold, MBA, Geschäftsführer AL-KO Gardentech Austria GmbH

Bereits Anfang Februar 2020, angesichts der nahenden Lieferengpässe, hat unser Einkauf blitzschnell reagiert und für die Produktion Rohmaterialien und Motoren „gebunkert“. Wir können mit Stolz sagen, dass wir mit keinem einzigen Produkt unseres Sortiments in Lieferverzug waren bzw. sind und unsere Produktion in Obdach spielt, gerade in derartig unvorhersehbaren Situationen, ihre Stärken aus.

Wir haben mit der Produktion in allen Bereichen bereits im Herbst 2019 begonnen, um die Frühbezüge unserer Kunden mit Anfang des Jahres 2020 abdecken zu können.

Der Standort in Obdach gewinnt, als größtes AL-KO Gardentech Produktionswerk, stark an Bedeutung, da wir kurzfristige Kundenbedarfe in derartig schwierigen Zeiten flexibel decken können und gleichzeitig heimische Arbeitsplätze absichern. Gemeinsam mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stellen wir für unsere Handelspartner, unabhängig von Grenzschließungen und Einreisebeschränkungen, einen verlässlichen Partner in der Gartengeräteindustrie dar. Nahezu alle im AL-KO Sortiment befindlichen Benzinrasenmäher, sämtliche Traktoren und Roboter werden im österreichischen Werk in der Steiermark mit hoher Fertigungstiefe hergestellt. Der Bedarf unserer heimischen Fachhandelskunden besteht zum Großteil aus in Österreich produzierten Waren und nur zu einem geringen Prozentsatz aus Handelswaren. Dies gibt dem österreichischen Händler ein perfektes Verkaufsargument mit „Made in Austria“ in die Hand. Diesen Effekt haben wir, gerade in den letzten Wochen sehr stark, mit der Steigerung unserer Verkaufszahlen derartiger Produkte verzeichnen dürfen.

Wir sind zuversichtlich, dass sich, nicht nur in Zeiten einer Pandemie mit einer einhergehenden wirtschaftlichen Ausnahmesituation, unsere Handelspartner und der Endverbraucher, über die Potenziale und Notwendigkeiten einer nationalen Produktion bewusst sind.

Denn was gibt es Schöneres, als ein in Österreich produziertes Gartengerät mit perfektem Preis-/Leistungsverhältnis, aus der Hand eines heimischen Fachhändlers zu erwerben und das alles mit dem guten Gefühl die österreichische Wirtschaft maximal unterstützt zu haben?!