Ausgabe 02/2018

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Rasen-Roboter

Weiter rasantes Wachstum

Der Markt ist auf der Suche nach einem Gerät, das die Branche ebenso revolutioniert, wie dies bei den Rasenrobotern der Fall war, sagte mir kürzlich ein Manager bei einer Tagung. Tatsache ist, dass es bei keiner anderen Produktgruppe in den letzten Jahren derartige Zuwächse gegeben hat.

Als die praktischen selbstständigen Rasenmäher erstmals Mitte der neunziger Jahre auf den Markt kamen, war die Branche interessiert, aber nicht euphorisch. Bis Anfang des letzten Jahrzehnts wurden ein paar tausend Stück verkauft, vor allem von Marktleader Husqvarna und Anbietern wie Robomow und Ambrogio. In den letzten zehn Jahren kamen dann weitere Unternehmen auf den Geschmack und kauften Roboter zu oder entwickelten selbst welche. Mittlerweile haben fast alle Rasenmäher-Anbieter (und noch einige andere) Mähroboter im Angebot.

35.000 Rasenroboter

Zwischen 2010 und 2012 zog der österreichische Markt mit 13.000 verkauften Robotern erstmals an. 2015 wurden bereits 15.000 bis 20.000 Einheiten verkauft. In den letzten Jahren sind – auch durch die zunehmende Anzahl der Anbieter – die Zahlen in die Höhe geschnellt und sollten laut letzten Schätzungen bei 35.000 bis 37.000 in Österreich verkauften Mährobotern im letzten Jahr liegen. Und ein Ende der Bergfahrt ist derzeit nicht abzusehen. Rund ein Drittel der handgeführten Rasenmäher werden bereits durch Rasenroboter ersetzt – oder auch ergänzt.
Für Rasenroboter sprechen Argumente, wie ein stets gepflegter Garten, weniger Geräusche und Emissionen. Auch die Tatsache, dass Roboter in den letzten Jahren deutlich günstiger wurden und dieser Trend weiter anhält, macht das Rasenmähen mit Robotern immer attraktiver.
Den größten Bedarf und damit das größte Angebot an Robotern gibt es für den privaten Garten, aber auch kommunale Dienstleister werden in Zukunft auf Roboter setzen: Neben den bekannten Vorteilen wie geringer Lärm, keine Abgase sind es vor allem auch finanzielle Vorteile (weniger Personal), die Mähroboter auch für Kommunen interessant machen.
Momentan sind es vor allem Sportplätze und kleinere Parkanlagen, die realisiert wurden, das Potential ist aber gerade in diesem Bereich sehr groß. Mit einer weiteren Zunahme der Stückzahlen im kommunalen Bereich ist auch durch die Einführung von Schwarmkonzepten und Flottenmanagement in Kombination mit Online-Verfügbarkeit der Geräte zu rechnen. Vorreiter ist auch hier Marktführer Husqvarna, der spezielle Roboter für sein „Fleet Service System“ entwickelt hat. Diese Geräte speziell für den kommunalen Einsatz (sieht man auch an der Farbe orange) können nur mehr über App, Handy, Tablet oder PC programmiert und gesteuert werden.
Themen für den Einsatz im öffentlichen Raum werden in Zukunft auch Themen wie die Sicherheit für Menschen und Tiere und Diebstahlsicherung sein.

Vertrieb über Fachhandel

Der überwiegende Teil der Roboter wird nach wie vor über den Fachhandel verkauft. Allerdings nimmt die Zahl der über Internet oder Bau- und Gartenmärkte angebotenen Geräte immer mehr zu und bewegt sich heute bereits um die dreißig Prozent. Um seine Marktanteile zu behalten, ist der Fachhandel gefordert. Es reicht einfach nicht, die Roboter zu verkaufen, denn dann kann der Kunde gleich über Amazon ordern. Dienstleistungen wie das Verlegen der Induktionsstromschleife und der Aufbau der Ladestation, entsprechende Servicearbeiten oder auch die Einlagerung des Gerätes über den Winter machen den Fachhandel interessant. Auch die Einbindung der Rasenroboter in Smarthome-Lösungen könnte dem Fachhandel Umsatz bringen.

Induktion oder GPS

Fast alle der derzeit angebotenen Geräte benötigen eine Induktions-Stromschleife – und so wird es trotz bereits möglicher anderer Systeme vor allem aus wirtschaftlichen Gründen noch eine ganze Weile bleiben. Unterm Strich ist das Verlegen der Induktionsstromschleife die effizienteste und genaueste Variante, um den Roboter seine Grenzen aufzuzeigen bzw. das Einsatzgebiet zu definieren. Was allerdings bereits sehr gut funktioniert ist eine Satellitenunterstützung, um den Mähvorgang effizienter gestalten zu können.
Mäher die heute rein GPS geführt arbeiten gibt es bereits (Ambrogio L400 Elite). Bei der zu mähenden Fläche muss der Himmel aber frei sein, um einen perfekten Satellitenempfang zu haben, was den Einsatz derzeit auf große freie Rasenflächen wie Flugplätze oder Sportplätze beschränkt. Stimmen die Voraussetzungen, soll der Roboter nach Firmenangaben auch ohne Begrenzungskabel zentimetergenau arbeiten.

Neue Anbieter

Man glaubt es kaum, aber es gibt immer wieder neue Anbieter am Robotermarkt. So kam die Firma Positec (vertreibt Worx-Roboter) heuer mit Robotern der Marke Kress auf den Markt. Auch Kärcher hat testweise einen Mähroboter vorgestellt.
Nachdem das belgische Unternehmen Belrobotics (wird in Österreich von der Firma Eder vertrieben) seine Großflächenmäher nur mehr unter eigenem Namen und – derzeit noch – unter Eurogreen verkauft, rechnet man damit, dass die Firma Etesia, die bisher die Großflächenmäher von Belrobotics bezogen hat, bald selbst einen Roboter auf den Markt bringen wird.

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