Urban Green Spaces

Urban Green Spaces

Wenn Städte erblühen

Grünflächen zählen schon heute zu den wichtigsten Faktoren, um eine Stadt besonders lebenswert zu machen. Künftig werden sie eine noch wichtigere Rolle spielen – allerdings unter ganz neuen Vorzeichen und mit veränderten Herausforderungen an Mensch und Technik, das belegt ein aktueller Trendbericht, den Kairos Future im Auftrag von Husqvarna erstellt hat.

Dienten städtische Grünflächen noch vor wenigen Jahrzehnten ganz vorrangig als Naherholungsgebiete, so haben sie heute weit vielfältigere Funktionen zu erfüllen. Ganz im Sinne der Nachhaltigkeit sind sie probates Mittel um dem Klimawandel und den damit verbundenen Auswirkungen wie einerseits Überschwemmungen bei Starkregen, andererseits der Überhitzung von Städten in den zunehmend heißer und trockener werdenden Sommermonaten gegenzusteuern. Dieser veränderte Fokus stellt neue Herausforderungen an die Grünflächenexperten, sowohl was da Know-how anbelangt, wie auch die Zusammenstellung des Maschinenparks zur Pflege der oft klein strukturierten Grünflächen.

Für den Trendbericht “Re-thinking Urban Spaces – From Nice to Necessary” hat Husqvarna Expert:innen und Bürger:innen in sechs europäischen Märkten befragt, um herauszufinden, welche Rolle städtische Grünflächen in Zukunft spielen werden und wie sich diese auf die involvierten Berufe und die Entwicklung der benötigten technischen Geräte auswirken wird.

Biodiversität in der Großstadt

Urban Green Spaces – was macht sie aus? Es ist der gelungene Mix aus großflächigen Parkanlagen, die in Hinblick auf den Artenschutz von besonderer Bedeutung sind, aus kleinflächigen Grünflächen und Baumalleen vor und zwischen den mehrgeschossigen Bauten, oft in sogenannten Häuserschluchten, genauso geht es dabei aber auch um begrünte Dächer und Fassaden und die kleinräumige, gärtnerische Nutzung von Grünflächen innerhalb von Siedlungsgebieten – Stichwort Urban Gardening, eine neue Disziplin, die sich gerade etabliert. Die Themen sind funktionierende Ökosysteme und Biodiversität – auch und gerade in Millionenstädten. Für 60 % der befragten Fachleute steht es außer Frage, dass die biologische Vielfalt schon in naher Zukunft noch stärker in den Fokus rücken wird.

Das Aus für fossile Brennstoffe?

Nachhaltigkeit ist das Thema unserer Zeit. Energie- und Ressourcenschonung die klare Prämisse, ökologische Aspekte standen noch nie so stark im Interesse wie heute. Das gilt auch für die Neu- und Weiterentwicklung motorbetriebener Gartengeräte. Fossile Brennstoffe – nein Danke! – das wird es nicht nur bei Heizungen und Autos heißen, für die das Ablaufdatum bereits klar fixiert wurde, im Trendbericht zeigen sich 44 % der befragten Expert:innen davon überzeugt, dass benzinbetriebene Gartengeräte schon bis 2027 gesetzlich verboten werden. Nur noch fünf Jahre – es ist höchst an der Zeit, dass sich die Hersteller noch intensiver mit dem Umstieg auf alternative Energiequellen beschäftigen. Akkubetriebene Maschinen sind eine Lösung. Dank der rasanten Entwicklungen der Batterie-Technologie nehmen sie es mit den fossilen Verbrennern in punkto Kraft heute schon ohne weiteres auf. Ein weiteres Plus sind die im Vergleich zu Verbrennern geringeren Schallemissionen – auch wenn die modernen Viertakter nur mehr wenig mit den knatternden Zweitaktmotoren von anno dazumal gemein haben – auch in pulsierenden Großstädten zählt für die Bewohner:innen jedes Dezibel weniger.

Herstellerübergreifende Akku-Allianzen wie CAS, Power for All oder AmpShare sind gerade für professionelle Anwender ein großes Plus. Zig hunderte Werkzeuge und Maschinen der verschiedenen Hersteller können mit ein und denselben 18 V-Akkus betrieben werden. Und natürlich sind auch die Ladegeräte voll kompatibel. Das schafft Komfort und spart Zeit.

Flaschenhals Facharbeitermangel

Es sind also weniger die technologischen Lösungen an denen die Umsetzung von Urban Green Spaces oft scheitert, als vielmehr die Verfügbarkeit und die Kosten des Faktor Mensch. Personalmangel ist die große Herausforderung unserer Zeit. Im Trendbericht wird er von 37 % der Befragten als entscheidendes Hindernis für die Entwicklung urbaner Grünflächen in Städten genannt. Gut ausgebildete Grünflächenexpert:innen stundenlang und monoton ein Rasenpflegegerät bedienen lassen? Welche Kommune, welcher FM-Anbieter kann und will sich das leisten? Und: welche Mitarbeiter:innen wären dazu überhaupt noch bereit? Autonome Geräte, allen voran Mähroboter und automatische Bewässerungsanlangen sind ausgereifte Lösungen für die Pflege größerer und „unkomplizierter“ Grünflächen oder begrünter Dächer, um den Profis mehr Zeit für wirklich komplexe Aufgaben, wie zum Beispiel der Baumpflege oder der Instandhaltung begrünter Fassaden zu verschaffen.

Auf den Dächern der Welt

Apropos „grüne Dächer“: Laut Trendbericht rechnen 41 % der Expert:innen in naher Zukunft mit vermehrt begrünten Dachflächen, zurecht bringen sie aber das Argument des höheren Verwaltungs- und Pflegebedarfs gleich mit ein (Stichwort: höhere Hausbetriebskosten). Nicht zu vergessen: Dächer sind nicht nur in Hinblick auf neu zu gewinnende Urban Green Spaces heiß begehrt, sie stehen in klarer und leider schwacher Konkurrenz zu Wärmepumpen und PV-Anlagen, die in Zeiten der gesetzlich vorgeschriebene Wärmewende die innerstädtischen Dachlandschaften zunehmend prägen.

Von den Dächern der Großstadt jetzt aber wieder zurück auf die nicht? – oder doch! – vorhandenen Grünflächen in dicht verbauten Großstadtvierteln gleich vor der eigenen Tür. „Secret gardens“, in Hinterhöfen, in kleinen Wohnanlagen – die ganz aktuell im Rahmen von Presseevents der gafa Köln bei einem Spaziergang am Wiener Gürtel oder durch das alte Lissabon gemeinsam „entdeckt“ wurden, Grünoasen hinter den grauen Mauern, die – bislang nur die Mieter:innen zur Erholung einladen. Damit wird es ein Ende haben, so meinen die Befragten der Trendstudie. Denn 38 % der Expert:innen erwarten, dass es für Bürger:innen schon in fünf Jahren ein striktes gesetzliches Recht auf Zugang zu Grünflächen in ihren Stadtvierteln geben wird. Die Politik ist angesichts dieser Erwartungshaltung gefragt – Rechte des Grundeigentums und kommerzielle Interessen contra nachhaltige Grünentwicklung für „Alle“? Konfliktpotenzial ist gegeben.

Garteln in der Großstadt

Ganz anders ist die Situation beim klassischen Urban Gardening, einer noch jungen Disziplin, bei dem es vorrangig um die umweltschonende Produktion und den bewussten Konsum von auf kleiner Fläche landwirtschaftlich erzeugter Produkte geht, natürlich aber auch um das Erlebnis in und mit der Natur, das aber zur Entwicklung und Gestaltung von Urban Green Spaces viel beitragen kann. Pestizide nein Danke – ökologisch wertvolle Lebensmittel aus eigener Zucht, die Unabhängigkeit von Lebensmittel-Handelsriesen, das geht auch in der Großstadt – zumindest teilweise…

Urban Gardening findet in Hobbygärten, auf Balkonen und Terrassen oder auf freien städtischen Flächen, die allein, oder in Gemeinschaften angemietet werden können, statt. Die Stadt Wien hat dazu in der Bio Forschung Austria, als zentrale Informations- und Servicestelle für Urban Gardening, ein eigenes Kompetenzzentrum „Garteln in Wien“ eingerichtet und ist damit in Österreich Vorreiter. Für die heimischen Motoristen ein stark wachsendes, spannendes Terrain. Denn Nachhaltigkeit ist bei den Urban Gardeners ganz vorrangig das Thema. Gartenhandgeräte, die in Produktion und Aufbau ökologischen Aspekten entsprechen, E-Werkzeuge, die in Hinsicht auf Effizienz und Ressourenschonung überzeugen, Bewässerung abseits der Trinkwasserversorgungsleitungen – keine 08/15-Produkte aus dem Diskonter-Regal, vielmehr beratungsintensiv Geräte und Maschinen, bei deren Auswahl die Anwender auf das Know-how der Fachexperten vertrauen, damit genau die Stärke unserer Branche.

Quelle: Trendbericht “Re-thinking Urban Spaces – From Nice to Necessary”, Husqvarna

About the author

Laura Fürst

Newsletter

Aktuelles